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Kaspar Hauser

Kaspar Hauser (* angeblich: 30. April 1812; † 17. Dezember 1833 in Ansbach) wurde in der Biedermeierzeit als „rätselhafter Findling“ bekannt. Bis heute gibt es Anhänger der These, dass es sich bei ihm um einen badischen Erbprinz gehandelt haben soll.

Ansbacher Referenzen:

Seit 10. September 1831 befand sich Hauser in Ansbach und lebte hier in der Pfarrstraße in der Wohnung des Lehrers Johann Georg Meyer, im heute sogenannten Gebhardt-Haus gegenüber der ehemaligen Hofkanzlei, wo er im untergebrachten Appellationsgerichts für den Rezatkreis als Schreiber tätig war.

Kaspar Hauser starb am 17. Dezember 1833 gegen 22 Uhr an den Folgen einer Stichwunde in eben diesem Haus. Die an der gerichtsmedizinischen Untersuchung beteiligten Ärzte waren sich nicht einig, ob die Wunde durch Selbstverletzung oder durch Fremdeinwirkung verursacht worden war. Am Ort des angeblichen Attentats erinnert heute der Kaspar-Hauser-Gedenkstein an das Geschehen.

Weitere Informationen auf WIKIPEDIA

Eine kurze Episode der Stadtgeschichte, auf welche vermutlich die Oberpfalz, Nürnberg, München, Frankreich, England und – wie lange gemutmaßt wurde – das Land Baden sehr viel mehr Einfluss hatten, rückt Ansbach immer wieder ins Licht der Öffentlichkeit: Eine mysteriöse Kriminalgeschichte und ein tragisches Opfer, das von seinem Schicksal eher zufällig nach Ansbach geführt wurde. Gemeint ist Kaspar Hauser, das „Kind von Europa“, das von 1830 bis zu seinem gewaltsamen Tod im Dezember 1833 in Ansbach lebte. Nicht nur der Tod Hausers ist ein Mysterium geblieben. War er der legitime Nachfolger des badischen Großherzogs, der illegitime Sproß aus einem anderen europäischen Adelsgeschlecht oder vielleicht der Sohn einer Tiroler Magd? Niemand vermochte bisher zu sagen, woher der Findling kam, der 1828 in Nürnberg aufgetaucht war, verwahrlost und kaum der Sprache mächtig.

Nur soviel stand seit der DNS-Analyse, die das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ und die Stadt Ansbach 1996 in Auftrag gegeben haben, fest: Kaspar war kein badischer Prinz. Eine neue Untersuchung, die von der Universität Münster im Auftrag des ZDF durchgeführt wurde, will Kaspars Verwandtschaft mit dem Hause Baden nun doch nachweisen können. Bis zur Veröffentlichung der wissenschaftlichen Ergebnisse darf aber weiterhin gerätselt werden.

2002 führten Wissenschaftler des rechtsmedizinischen Instituts aus Münster eine weitere Genanalyse durch, die durch eine ARTE-Dokumentation bekannt wurde. Sie nutzten sechs Proben toten Gewebematerials (u.a. Haare) und fanden heraus, dass dessen genetischer Code nicht mit dem von der Unterhose Kaspar Hausers stammenden Blut identisch ist. Dagegen sei die genetische Übereinstimmung mit weiblichen Nachfahren der Stephanie de Beauharnais relativ hoch. Ein endgültiges wissenschaftliches Gutachten steht indessen noch aus.

Ein Denkmal in der Altstadt, ein Gedenkstein am Ort seiner Ermordung im Hofgarten, eine komplette Abteilung im Markgrafenmuseum und sein Grab mit der Inschrift „Hier ruht Kaspar Hauser, ein Rätsel seiner Zeit, unbekannt die Geburt, geheimnisvoll die Umstände seines Todes“ erinnern an sein Schicksal.

Kaspar-Hauser-Festspiele

Wer war Kaspar Hauser? Warum musste er sterben? Was ist sein Geheimnis? – Diese Fragen bleiben bis heute unbeantwortet, werden aber bei den Kaspar-Hauser-Festspielen alle zwei Jahre neu aufgegriffen und in einem vielfältigen Programm aufgearbeitet.

Nachdem Kaspar Hauser 1828 in Nürnberg auftauchte und binnen kürzester Zeit zum berühmtesten Findling der neueren Geschichte wurde, siedelte er 1831 nach Ansbach um. Dort fiel er am 17. Dezember 1833 einem Mord zum Opfer, einem Mord, der wohl als der mystischste des 19. Jahrhunderts angesehen werden muss. Diese zwei Lebensjahre in Ansbach genügten, dass sich das „Kind Europas“ in die Geschichte der mittelfränkischen Regierungsstadt einschrieb und weit über Zeit und Raum zu ihrem bekanntesten Bürger wurde.
Kaspar Hauser ruft seit über 170 Jahren ein weites Feld an Interessenten und Forschungen hervor – allen Fragen voran das Rätsel seiner Herkunft. Selbst die gewichtige Genanalyse seines angeblichen Blutes von 1996 konnte diese Frage nicht klären. Das Interesse an ihm nimmt dadurch sogar noch zu.

Seit 1998 veranstaltet die Stadt Ansbach alle zwei Jahre die Kaspar-Hauser-Festspiele. Anhand einer umfangreichen Auswahl gegebener und neuer Arbeiten stellt sie sich der Aufgabe das Einzigartige des Phänomens verständlich zu machen.

Die Kaspar-Hauser-Festspiele finden in den Jahren mit gerader Jahreszahl statt.


Quelle: Stadt Ansbach

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