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Autokauf in Coronazeiten: Das hat sich geändert

Seit März 2019 hat sich viel geändert. AHA hatten die meisten Menschen zuvor für einen Ausdruck des Erstaunens in Comics gehalten, Masken waren medizinischem Personal und dem Karneval vorbehalten. Doch nicht nur das hat sich geändert, auch rund um den Autokauf gibt es markante Merkmale. Kurzum: Während die Zinsen niedrig sind, sind die Preise hoch. Gerade in den letzten Wochen hat sich die Lage noch zugespitzt, so scheint der Gebrauchtwagenmarkt teils wie leergefegt. Aber was gibt es allgemein für Änderungen?

Warum sind die Preise für Neu- und Gebrauchtwagen gestiegen?
In nackten Zahlen ausgedrückt, stiegen die Preise für Neuwagen im Jahr 2020 um 8,2 Prozent auf durchschnittlich 36.340 Euro. Gebrauchtwagen sanken preislich erst, stiegen aber schließlich auf den Normalkurs, um jetzt massiv anzuziehen. Aber warum ist das so? Bedeutete eine hohe Nachfrage nicht meist verringerte Preise?

Herstellerprobleme – bei Neuwagen sieht es aktuell einfach so aus, dass die Hersteller zwar Aufträge haben, doch keine Autos fertigstellen können. Die Lieferketten wurden durch Corona unterbrochen und konnten sich bislang nicht erholen. Gerade der Chipmangel stellt ein Problem dar. Da die Hersteller teils ihre Produktion stoppen oder reduzieren müssen, gleichzeitig aber alle Kosten steigen, werden diese Ausfälle natürlich auf Neuwagen aufgeschlagen.

Gebrauchtwagen – der Hype auf Gebrauchtwagen hängt mit den Problemen bei Neuwagen zusammen. Da etliche Autos Lieferzeiten von mehreren Monaten bis hin zu einem Jahr haben, schauen sich immer mehr Käufer auf dem Gebrauchtwagenmarkt um. Das treibt die Preise nach oben, denn jeder Verkäufer reguliert den Verkaufspreis nach oben, wenn die Nachfrage dementsprechend hoch ausfällt. Gerade die begehrten Fahrzeuge bekannter Marken sind teuer. Durchschnittlich kostete im Juni ein Gebrauchtwagen somit 25.711 Euro – die Preise stiegen seitdem noch weiter.

Bei den Preissteigerungen darf jedoch nicht vergessen werden, dass gerade bei den Neuwagen ein durchschnittlicher Wert genutzt wird. Da die Nachfrage nach E-Autos stieg und diese Fahrzeuge allgemein teurer sind als Verbrenner, korrigiert sich der Durchschnittspreis aller neu gekauften Fahrzeuge natürlich ebenfalls.

Wieso können Kredite über den Autohändler teuer sein?
Ein Großteil der Fahrzeuge wird heute über Kredite finanziert. Die bis vor einigen Jahren gängige Option war, direkt das Fahrzeug über den Autohändler zu finanzieren. Diese Lösung ist simpel, da der Händler die notwendigen Schritte für den Käufer einleitet und diesem sogleich ein Angebot unterbreiten kann. Jedoch ist dieser Weg oft nicht sonderlich günstig:

Kein Vergleich – Händler arbeiten in der Regel nur mit einer Bank zusammen. Oft schließen Händler direkt Verträge mit dem Finanzierungspartner, sodass Preisnachlässe oder geringere Zinsen kaum verhandelbar sind. Letztendlich muss der Kunde das Angebot des Händlers annehmen – oder er lehnt es ab.

Wenig Rabattchancen – letztendlich sind die Rabatte rund um den Autokauf in den vergangenen Jahren geringer geworden. Doch Barzahler haben immer noch die Chance auf einen Preisnachlass. Wer über den Händler finanziert, der verliert seinen Status als Barzahler.

Im Schnitt wird gesagt, dass sich Kredite um bis zu 80 Prozent bei den Zinsen unterscheiden können. Nutzt ein Autokäufer nun das Finanzierungsangebot des Autohändlers und kann dabei nur aus einem, eventuell auch aus zwei Angeboten des Händlers wählen, so vergibt er die Chance auf niedrige Zinsen. Darüber hinaus lässt sich die Autofinanzierung über eine Bank hinsichtlich der Flexibilität oft an die eigenen Wünsche und Bedürfnisse anpassen.

Große Zinsunterschiede bei Autohändlern und Banken
Allgemein ist es so, dass die Zinsen für Autokredite aktuell so niedrig wie nie zuvor liegen. Im Vergleich zu der Vor-Coronazeit haben sich Autokredite um sechs Prozent vergünstigt. Allerdings ist es nicht ratsam, dieses Wissen auf alle Autokredite anzuwenden, denn Autofinanzierungen über den Händler können sich preislich massiv von den Autokrediten auf dem freien Markt unterscheiden:

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Große Unterschiede – rund 80 Prozent liegen zwischen dem günstigsten und dem teuersten Kredit aus dem Bereich der Autofinanzierung. In Euro ausgedrückt, sind das bis zu 13.300 Euro, die ein Käufer einsparen – oder draufzahlen – kann.

Hintergründe – warum gibt es diese gewaltigen Unterschiede? Während Autohändler mit der Bank des Fahrzeugherstellers zusammenarbeiten und somit außer Konkurrenz stehen, befinden sich freie Kreditbanken in großer Konkurrenz. Sie müssen Kunden umwerben und das gelingt natürlich bestens mit hervorragenden Angeboten und niedrigen Zinsen.

Strafzahlungen – ein anderer Grund ist, dass Banken Geld vergeben müssen, denn geschieht das nicht, so müssen sie laut EZB-Einlagenzins Strafgebühren zahlen. Der Strafzins von aktuell -0,4% gilt für alle Einlagen, die Banken nicht als Barreserve im Tresor halten und auch nicht anderweitig in Form von Krediten oder Wertpapieren investieren. Eine Autobank hat dieses Problem nur indirekt, denn oft gehört sie zu einem Autohersteller, der Gewinne auch anderweitig investieren könnte.

Grundsätzlich kann natürlich nicht zu einem Kredit geraten oder von der Händlerfinanzierung abgeraten werden. Am Ende hilft nur ein Vergleich, zumal es gute Gründe haben kann, weshalb sich ein Kunde direkt an den Händler wendet. Senioren, die eventuell nur noch schwer einen Autokredit auf dem freien Markt erhalten, können mitunter Glück bei dem Händler haben, den sie schon seit Jahrzehnten kennen.

Warum ist ein Kreditvergleich so wichtig?
Damit der Autokredit so günstig wie möglich ist, sollte man die Zinsen vergleichen. Ohne einen Vergleich sollte kein Autokredit – und kein anderer Kredit – aufgenommen werden. Es schadet übrigens auch nicht, den Kreditvergleich durchzuführen und die Ergebnisse mit der Händlerfinanzierung zu vergleichen. Nur der, der gut informiert ist, kann sparen und mit dem Händler nachverhandeln. Aber worauf kommt es bei dem Vergleich allgemein an? Ein Überblick:

Zinskonditionen – schon der bloße Vergleich ohne die Eingabe jeglicher persönlicher Daten ist hilfreich, um günstige Anbieter von teuren zu trennen. Das repräsentative Beispiel ist dabei von Interesse, aber auch die häufig angegebene Zinsspanne. Tipp: Bei Krediten immer den Verwendungszweck auswählen. Autokredite sind oft günstiger als andere Kredite in derselben Höhe. Die letztendlichen Zinskonditionen lassen sich jedoch erst nach einer Kreditanfrage samt Prüfung in Erfahrung bringen, da hierfür die persönlichen Verhältnisse des Kreditnehmers berücksichtigt werden müssen.

Kreditkonditionen – bei Autokrediten ist es gängig, dass der Fahrzeugbrief als Sicherheit bei der Kreditbank hinterlegt wird. Einige Anbieter verzichten darauf, doch geht dies meist zulasten höherer Zinsen. Rund um die Sicherheitshinterlegung sollten aber andere Fragen mit beantwortet werden. Inwieweit kann das Auto beispielsweise während der Kreditzeit veräußert werden? Erlaubt die Bank dies oder ist das völlig ausgeschlossen? Die Frage ist gerade deshalb wichtig, weil ein Auto nicht ohne die Herausgabe des Fahrzeugbriefs veräußert werden kann. Eine Bank, die den Verkauf während der Laufzeit grundsätzlich ablehnt, hindert den Kreditnehmer also auch tatsächlich an jeglicher Veräußerung.

Kreditrückzahlung – eine kurze Laufzeit hat geringere Zinskosten als eine längere Laufzeit, doch sind die Raten dafür deutlich höher. Kreditnehmer sollten stets auf Nummer sicher gehen und einen für sie passenden Mittelweg finden. Letztendlich ist es sinnvoller, eine längere Laufzeit und somit höhere Gesamtkosten zu wählen, als so knapp zu rechnen, dass der Kredit eventuell einmal nicht bedient werden kann. Ein geplatzter Kredit ist immer teuer – und das langfristig. Wichtig ist heute, dass der Kredit nach Möglichkeit Sondertilgungen kostenlos erlaubt. Einmal jährlich ist die Mindestmaßgabe. Ein guter Kredit bietet heute zudem die Möglichkeit der kostenlosen vorzeitigen Rückzahlung. Gerade Onlinekredite setzen auf diesen Aspekt. Wird darauf verzichtet, greift die gesetzliche Regelung: 1% der Restschuld als Vorfälligkeitsentschädigung.

Sicherheiten – ein Autokredit ist eine Finanzierung über mehrere Jahre. Nur wenige Menschen sind in der Lage absolut sicher zu sagen, wie sich die eigenen Finanzen in dieser Zeit entwickeln. Diese Personen benötigen jedoch auch keinen Autokredit. Ein guter Kredit punktet heute damit, auf sich verändernde Verhältnisse einzugehen. Ratenpausen sind oft schon Standard und erlauben es Kreditnehmern, nach kurzer Rücksprache mit einigen Raten auszusetzen. Dies kann sinnvoll sein, wenn der Kreditnehmer beispielsweise erkrankt und für wenige Monate Krankengeld und somit weniger Einkommen erhält. Durch die Nutzung der Ratenpause verlängert sich der Kredit um die ausgesetzten Monate. Eine andere Sicherheit ist die Option der Ratenanpassung. Hier ist darauf zu achten, in welcher Richtung solche Anpassungen möglich sind. Einige Banken erlauben es, die Rate nach oben und nach unten anzupassen, andere hingegen erlauben nur eine Erhöhung der Rate und somit die Verkürzung der Kreditlaufzeit.

Geschwindigkeit – in den Online-Kreditvergleichen tauchen immer häufiger Digitalkredite auf. Diese werden rein digital angefragt, beantragt und bearbeitet, sodass die Zeit bis zur Auszahlung äußerst kurz ist. Wer rasch ein Auto kaufen möchte, der sollte nach den Eilkrediten schauen. Allerdings gilt hier, dass auch der Kreditnehmer einen Anteil an der Bearbeitungsdauer hat. Auf Anforderungen oder Rückfragen muss sogleich geantwortet werden, denn vergeht hier Zeit, zieht sich die Auszahlung in die Länge.

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Für den Autokauf ist grundsätzlich wichtig, vorab beim Händler zu fragen, inwieweit er dem Käufer entgegenkommt, wenn bar (per Überweisung) gezahlt wird. Diese mögliche Einsparung greift indirekt in die Kreditkosten ein, denn wahlweise kann ein Kredit mit geringerer Summe aufgenommen werden oder aber, die Einsparung wird zur Zahlung der ersten Raten verwendet.

Wer ein E-Auto oder einen Hybriden kauft, der darf übrigens bei der Finanzierung nicht die mögliche Prämie vergessen. Bei reinen E-Fahrzeugen sind das einige tausend Euro, die natürlich von der Kreditsumme abgezogen werden können. Auch mögliches Eigenkapital sollte im Vorfeld berechnet werden. Jeder Euro, der nicht als Kredit bei einer Bank aufgenommen werden muss, spart letztendlich Geld. Und häufig zeigen sich nahe Verwandte mit einer Finanzspritze hilfsbereit, sofern die persönlichen Verhältnisse es zulassen.

Die Finanzierung eines Autos ist heute immer noch so günstig möglich wie selten zuvor. Dabei sollten Angebote vom Händler ebenso einbezogen werden wie Autokredite von Banken. Bildquelle: @ Ibrahim Boran / Unsplash.com

Fazit – hohe Kosten machen sorgfältige Kreditwahl so wichtig
Gerade auf dem Gebrauchtwagenmarkt ist aktuell schon eine Blase aktiv. Die Preise beliebter Fahrzeuge steigen enorm, sodass Käufer und Interessenten bereits an dieser Stelle massiv vergleichen müssen. Die Preise für Neuwagen steigen ebenfalls seit Corona, wobei hier in den Gesamtzahlen natürlich die E-Autos mit eingerechnet sind. Problematisch bei Neuwagen ist aktuell eher die Wartezeit von bis zu einem Jahr. Rund um die Finanzierung können Käufer aber weiterhin sparen, denn die Kreditzinsen sind auf einem niedrigen Niveau. Wer sich hier ein wenig Zeit nimmt, Vergleiche anstellt und Angebote auch der Händlerfinanzierung gegenüberstellt, der kann etliche tausend Euro an Gesamtkosten einsparen.

 

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