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Umwelt- und Agenda 21-Preis des Landkreises Ansbach

Ein Unternehmen aus der Stadt Leutershausen erhielt den ersten Preis von Landrat Dr. Jürgen Ludwig überreicht

Leutershausen, 20. Juli 2022 – Der Landkreis Ansbach setzt mit dem Agenda-21-Wettbewerb seit 1987 ein deutliches Zeichen für den Natur- und Umweltschutz. Seit dem 23. März 2001 wird alle zwei Jahre ein Wettbewerb zur Anerkennung und Auszeichnung besonders vorbildlicher und gelungener Maßnahmen und Initiativen im Bereich des Natur- und Umweltschutzes ausgerufen. Die herausragendsten Maßnahmen unter den eingereichten Vorschlägen erhalten den „Umwelt- und Agenda 21-Preis des Landkreises Ansbach“. Die Auszeichnung für das Jahr 2020/2021 wird an drei Preisträger verliehen.

Erster Preis geht an ein Unternehmen aus Leutershausen

Den ersten Preis erhielt die lokale Firma TVU Garnvertrieb GmbH in Leutershausen mit ihrem innovativen und nachhaltigen Produkt „CompoPac“. Die Bewerbung des Unternehmens TVU Garnvertrieb GmbH mit CompoPac orientiert sich am Schwerpunktthema des Wettbewerbsjahres 2021 „Müllvermeidung und Kreislaufwirtschaft“. Die Firma TVU Garnvertrieb GmbH hat ein Verpackungsnetz entwickelt, das keine Kunstfasern verwendet, sondern aus Holz mitteleuropäischer Herkunft gewonnene Zellstoffgarne. Diese werden firmenintern gefärbt und zu Netzen verarbeitet, welche kompostierbar sind. Hierdurch wird Plastikmüll vermieden. Gelangt das neu entwickelte Netz aus Zellstoff in die Umwelt, löst es sich rückstandsfrei und umweltfreundlich auf, es ist kompostierbar. Ihr Preisgeld von 2000 Euro geben Preisträger Michael Bandel und Klaus Christ sowie der Geschäftsführer Gerhard Hausner an TreePlantingProjects weiter und unterstütz somit eine Organisation, die mit einem für das Unternehmen wertvollen Rohstoff arbeitet: Holz. Mit Pflanzaktionen und Aufforstungsprojekten vor Ort leistet TreePlantingProjects einen großen Beitrag zum Klimaschutz.

Nicht nur mit ihrem Projekt CompoPac geht das Leuthershausener Unternehmen innovative und umweltschützende Wege auch mit einer firmeneigenen Photovoltaik. Zusätzlich betreibt TVU Garnvertrieb GmbH eine eigene Wärmeerzeugung durch eine Hackschnitzelanlage, deren Kapazitäten noch nicht ausgeschöpft sind. Ein Anschluss von 30 bis 50 Privathäusern wäre möglich. Neue Müllvermeidungsprojekte mit CompoPac sind bereits in den Startlöchern z.B. Plastikschnüre beim Obstanbau durch kompostierbare Schnüre zu ersetzen oder die Vision, das Plastiknetz von Weihnachtsbäumen in nächster Zeit durch ein CompoPac Produkt einzutauschen. Die Werte des Unternehmens sind Augenhöhe, Leidenschaft und Fokus. Zusammen mit weiterer Forschung und Entwicklung der kreativen Köpfe im Unternehmen werden noch viele weitere Projekte zum Thema Natur- und Umweltschutz vorangetrieben, denn Nachhaltigkeit und die Sinnhaftigkeit dahinter machen Spaß und sind dem Unternehmen eine Herzensangelegenheit, so Firmeninhaber und Geschäftsführer Gerhard Hausner.

Der zweite Platz ist doppelt vergeben und geht zweimal in den Rothenburger Raum

Den zweiten Platz teilen sich die Schaubaumschule Neusitz und die Greifvogelauffangstation Mittelfranken e.V. in Unteröstheim. Die beiden Projekte erfüllen die allgemeinen Anforderungen des Umwelt- und Agenda 21 Preises, ohne sich am Themenschwerpunkt direkt zu orientieren, sind aber deshalb nicht weniger wichtige für den Natur- und Umweltschutz.

Die öffentlich zugängliche Schaubaumschule zeichnet sich dadurch aus, dass es gemeinsam mit Obst- und Gartenbauverein und Gemeinde gelingen soll, in ehrenamtlicher Arbeit den für Neusitz traditionellen und typischen Bestand lokaler Obstsorten zu erhalten und dauerhaft zu sichern. Durch den Fortbestand der Obstsorten und die Pflanzung der Gehölze im Gemeindegebiet wird ein Baustein zur Bewahrung und zur Förderung der Artenvielfalt geschaffen, der als Grundlage zur künftigen Steigerung der Biodiversität in der Landschaft dient. Mit dem Preisgeld sollen eine Bewässerungsanlage und ein Bauwagen für die Gerätschaften mitfinanziert werden, so erster Vorsitzender Clemens Nähr.

Die in der Gemeinde Diebach / Unteröstheim angesiedelte Auffangstation für Greifvögel hat zum Ziel, verletzte Greifvögel und Eulen aufzunehmen und nach der Genesung wieder auszuwildern. Die Station wurde in Eigenleistung und mit viel privater Unterstützung gebaut. Durch die fachgerechte Inobhutnahme, Pflege und Wiederauswilderung seltener heimischer Greifvogelarten wird ein Beitrag zum Erhalt meist stark gefährdeter Tierarten geleistet, welche wichtige Bausteine ökologischer Netze bilden. In dem Greifvogel Auffangstation Mittelfranken e.V. sind erfahrene und verantwortungsvolle Falkner und Jäger tätig. Ebenso unterstützen ehrenamtliche und geschulte Helfer bei der Pflege und Versorgung der Tiere. Allein im letzten Jahr sind insgesamt 211 Vögel aufgenommen worden. Mit dem Preisgeld wird die kürzlich kaputt gewordene Kühlung für das Futter der Tiere teilfinanziert. Diese finanzielle Spritze kommt zur richtigen Zeit, so der erste Vorsitzende Andreas Ritz.

Mit einer informativen Führung, durch die CompoPac Produktionsstätte, an der alle Beteiligten teilnahmen, wurde die Veranstaltung beendet.

Infos: Landratsam Ansbach
Fotos: Chantal Fiedler

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