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Ärmelhochkremplerin: Mit Notärztin Dr. Isabel Brenner-Kuhn in der Klinik Rothenburg (ANregiomed)

ANgesicht – Das Magazin von ANregiomed: Das Jahr der Herausforderungen mit Corona

Rothenburg, 05.01.2021 – Dr. Isabel Brenner-Kuhn tritt leise auf, gilt an der Klinik Rothenburg jedoch als Macherin. Sie behandelt Covid-19-Patienten auf der Intensivstation und Akutfälle als Notärztin. Über eine Internistin, die so lange weiter macht, bis die Dinge erledigt sind.

Fotonachweis: ANregiomed / Tyler Larkin

Es ist in diesem Jahr noch wichtiger geworden, gut strukturiert und organisiert zu arbeiten“, sagt die 36-Jährige mit einer festeren Stimme, als man zuerst erwarten würde. Und liefert gleich ein Beispiel. „Bevor ich
auf der Intensivstation zu einem Covid-19-Patienten gehe und die entsprechende Schutzausrüstung anlege, muss ich mir genau überlegen, was mit ins Zimmer muss.“ Würde Brenner-Kuhn ihr (pinkfarbenes) Stethoskop vergessen, müsste sie den Raum wieder verlassen und den kompletten Schutz wechseln. Oder sie verzichtet auf das Abhören des Patienten. „Das wäre auf keinen Fall eine Option“, sagt die Oberärztin, die noch nie ihr Stethoskop vergessen hat.

Auch Brenner-Kuhn hat wie alle Pflegekräfte und Mediziner im ANregiomed-Verbund die Erfahrung gemacht, dass die Behandlung von Coronapatienten ein Vielfaches an Zeit in Anspruch nimmt. Aber auch die Kommunikation mit den Angehörigen ist herausfordernder geworden. „Durch das Besuchsverbot bei Coronafällen kann ich nur am Telefon erklären, wie es dem Patienten geht und was wir für ihn tun. Das ist in Teilen schwierig, aber auch sehr wichtig, da die Patienten oft lange bei uns liegen. Für die Verwandten, mit denen ich täglich telefoniere, ist es eine sehr belastende Situation.“

Auch ihre Arbeit im Rettungsdienst ist anders geworden. Erscheint die Lage beim Patienten vor Ort unklar, ziehen die Notärztin und das Team des Rettungswagens vorsorglich Schutzkleidung über. „Das kostet Zeit, aber der Eigenschutz ist wichtig. Und er war es auch schon, bevor das Virus auftauchte.“

Dr. Isabel Brenner-Kuhn | Fotonachweis: ANregiomed / Tyler Larkin

„Solidarität und Disziplin
sind wichtiger geworden.
Unter den Betroffenen und
dem Klinikpersonal.“

*Dr. Isabel Brenner-Kuhn*

Das Coronavirus birgt auch die Versuchung, dass man als Mediziner in eine diagnostische Einbahnstraße fährt, sagt Brenner-Kuhn. „Ich musste lernen, andere Krankheitsbilder nicht aus den Augen zu verlieren. Nicht jede erhöhte Temperatur bedeutet automatisch eine Coronainfektion.“ Sie ermahnt sich selbst, nichts zu übersehen.

Sie hofft, dass aus diesem Jahr die richtigen Lehren gezogen werden. „Andere Ländern haben das Virus viel stärker zu spüren bekommen als Deutschland, aber auch unser System ist nicht unangreifbar“, sagt Brenner-Kuhn, die darüber hinaus eine positive Seite der Pandemie erkennt: „Solidarität und Disziplin
sind wichtiger geworden. Unter den Betroffenen und dem Klinikpersonal.“

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