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Kein zusätzliches Personal für das Stadtmarketing: Wer kümmert sich künftig um das Innenstadtmanagement?

Ein offener Brief an den Ansbacher Stadtrat

Ansbach, 18.11.2020 – Nach dem Aus des Citymarketings im September 2020 sollten die Stadt Ansbach einen Großteil derer Aufgaben übernehmen. Dazu zählen unter anderem auch das Innenstadtmanagement.

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Folglich müsste hierzu Personal frei sein, das diesen zusätzlichen Aufgabenbereich stemmen und bearbeiten kann. Plan war es, zusätzliche Stellen hierfür innerhalb der Stadtverwaltung, Abteilung Stadtmarketing zu schaffen. Leider wurde dies nun vom Ansbacher Personalausschuss abgelehnt. Daraufhin hat uns dieser offene Brief an den Stadtrat, gezeichnet vom gesamten Vorstand des Citymarketings, erreicht. Seht selbst:

OFFENER BRIEF AN DEN ANSBACHER STADTRAT
bezüglich der Ablehnung zweier Stadtmarketing-Stellen durch den Personalausschuss

  • „Ansbach als überregionale Einkaufsstadt positionieren“ (CSU)
  • „Unser Citymarketing muss personell so ausgestattet werden, dass es professionell arbeiten kann, gutes Marketing, gute Wirkung.“ (SPD)
  • „Der Einzelhandel in unserer Innenstadt muss erhalten und gestärkt werden.“ (ÖDP)
  • „Es ist notwendig, dass der Verein City-Marketing endlich wieder mit einer professionellen Personalausstattung seiner Aufgabe als „Entwickler und Vermarkter“ der Innenstadt gerecht werden kann. Nationaler und internationaler Städtetourismus sind bedeutsame Wirtschaftsfaktoren. Die Attraktivität der Stadt muss besser vermittelt und vermarktet werden.“ (Die Grünen)
  • „Ohne Visionen und Investitionen wird […] die Ansbacher Innenstadt weiter ausbluten.“ (Freie Wähler)
  • „Es droht immer noch die Gefahr, dass durch eine Umorientierung des Einkaufens die Innenstadt ausblutet. Hier muss entgegengesteuert werden.“ (BAP)
  • „Die Attraktivität der Stadt muss besser vermittelt und vermarktet werden.“ (afd)

Geht man nach den Aussagen der jeweiligen Partei-Homepages und der Parteiprogramme der jüngsten Kommunalwahl, sollte man meinen, dass die Mitglieder des Ansbacher Stadtrats die Notwendigkeit eines Citymarketings, sowie die Brisanz des Themas Innenstadt verstanden haben.

Wir wollen heute nicht nur als Citymarketing Ansbach unserem Unverständnis über den aktuellen Stadtratsbeschluss Ausdruck verleihen, sondern wir sprechen auch als Bürger Ansbachs. Jeder Gewerbetreibende, jeder Gastronom, jeder Immobilienbesitzer ist auch ein Bürger der Stadt und hat sich in seiner politischen Entscheidung von den Wahlprogrammen der Parteien leiten lassen, nur um jetzt festzustellen, dass die Wertschätzung der Innenstadt doch nicht so groß ist, wie behauptet.

Die Corona-Pandemie hat nicht nur Städte und Gemeinden finanziell hart getroffen, sondern insbesondere auch viele Akteure in den Innenstädten, wie Einzelhändler, Gastronomen, Kulturschaffende, etc.. Dazu kommen der Strukturwandel und das veränderte Einkaufsverhalten hin zum Online-Einkauf, was zu vielen Insolvenzen in den nächsten Jahren führen wird.

Daher gibt es aktuell sehr viele Initiativen, um lebendige, attraktive Innenstädte unbedingt zu erhalten. Der Wirtschaftsminister hat eine hochrangig besetzte Arbeitsgruppe dazu ins Leben gerufen, um Maßnahmen zu entwickeln. Landesregierungen legen Förderprogramme auf und einzelne Städte beschließen, trotz oder gerade wegen Corona, Investitionen, um ihre Innenstädte am Leben zu erhalten.

Und was machen die politisch Verantwortlichen in Ansbach?

Wir haben verstanden, dass die Stadt beschlossen hat, den Ansbacher Citymarketing-Verein nicht mit höheren Finanzmitteln auszustatten, um die Zukunftsthemen der Innenstadt, wie Digitalisierung, Aufenthaltsqualität, Branchenmix, Marketing, Verkehrskonzepte, usw. selbst vorantreiben zu können.

Was wir nicht verstehen, ist, dass das Citymarketing nun komplett wegrationalisiert werden soll. Was ist das für ein Zeichen an die eigene Stadt?

Wir hoffen inständig darauf, dass Herr Oberbürgermeister Deffner mit einem veränderten Vorschlag im Stadtrat Erfolg hat und doch noch eine Stelle für das Stadtmarketing veranschlagt wird.

Wir möchten hiermit an die Entscheider appellieren:

Eine Stadt lebt von ihrer attraktiven, vielfältigen Innenstadt, als Treffpunkt für ihre Bürger. Wir mussten doch alle im Corona-Lockdown erleben, wie Innenstädte aussehen, wenn viele Geschäfte und Einrichtungen geschlossen sind.

Die Kombination aus Einkaufen, Flanieren, Kultur erleben, Bildungseinrichtungen besuchen, usw. ist das Herz einer ganzen Stadt. Bedenken Sie: Es ist leichter eine Innenstadt zu erhalten, als eine Innenstadt zu revitalisieren, wenn sie erst einmal vom Leerstand gezeichnet am Boden liegt.

Gezeichnet: der gesamte Vorstand von Citymarketing Ansbach e.V.

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