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Dinkelsbühl: +++ Für Demokratie und Vielfalt +++

Unter dem Motto für „Demokratie und Vielfalt“ trafen sich am Sonntagnachmittag, 4. Februar 2024 etwa 700 Personen vor der Dinkelsbühler Schranne. Sie folgten der kurzfristigen Einladung eines breiten Bündnisses von mehr als 27 Akteuren aus Kirchen, Vereinen, Verbänden und Parteien.

Der evangelische Dekan Uhland Spahlinger: „Es reicht nicht aus, auf die Politik zu warten – Die Politik sind wir selbst“. „Demokratie ist kein Selbstbedienungsladen, sondern eine Haltung!“. Er zitierte auch die vier Artikel des Grundgesetzes, denn das Grundgesetz schützt die Würde Aller. „Es wird Zeit, dass wir deutlich sichtbar werden“ Er kündigte an, dass wahrscheinlich noch weitere Veranstaltungen dieser Art folgen werden.

Monika Hoenen (Kultur/Helferkreis Flüchtlinge) überall in Deutschland meldet sich die geduldige und lange schweigende Mitte zu Wort. Wir wollen nicht zusehen, wie Rechtsradikale Tatsachen verdrehen, ausgrenzen, Hass und Hetze schüren, die Gesellschaft systematisch zu spalten versuchen und uns gegeneinander aufwiegeln. Erinnern wir uns: Unser Grundgesetz wurde verfasst nach der unbeschreiblich barbarischen Massenermordung unschuldiger Menschen, die nur möglich wurde, weil viel zu lange viel zu viele weggeschaut haben. Überall, auch hier. Wir kennen alle die braune Vergangenheit des Hesselberges. So etwas beginnt in vielen kleinen Schritten und mit gezielt gesetzten Worten, die immer extremer werden. Systematisch wird das Mitgefühl ausgehöhlt. Empathie und Moral werden als Schwäche, als „links“ oder „zersetzend“ bekämpft. Es beginnt mit Worten wie „Gutmensch“ und eskaliert in unverholener Unmenschlichkeit. Nicht mit uns! Wir schauen nicht weg!

Für Klaus Miosga (Hand in Hand) bedeutet Demokratie mehr als nur das Recht zu wählen; sie ist das Herz unserer Freiheit und die Wurzel unserer Vielfalt. Die Vielfalt, die uns umgibt, ob in Bezug auf Herkunft, Kultur, Glauben oder Lebensstil, ist eine Bereicherung für uns alle. Jeder von uns trägt einzigartige Bereiche bei, die das Mosaik unserer Gesellschaft abbilden. Der Schlüssel zur Erhaltung unserer Demokratie liegt in unserer Fähigkeit, die Vielfalt zu schätzen und zu respektieren. Wir dürfen niemals vergessen, dass unsere Freiheiten, unsere Rechte nicht selbstverständlich sind. Sie wurden durch den Einsatz vieler Generationen erkämpft und müssen von uns bewahrt werden. Demokratie bedeutet Verantwortung – Verantwortung für unsere Familien, Verantwortung für unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger, Verantwortung für unsere Gesellschaft und Verantwortung für die kommenden Generationen unserer Kinder.

Nehmt euren Nachbarn eure Nachbarin an der Hand und lasst uns Hand in Hand gemeinsam heute hier stehen, nicht nur als Bürgergemeinschaft in Dinkelsbühl, sondern weit darüber hinaus, wie wir es aktuell in ganz Deutschland sehen, Menschen die bereit sind, sich für die Werte der Freiheit, der Zukunft unserer Demokratie einzusetzen, wir gehen gemeinsam auf die Straße, um ein Zeichen zu setzen. In der Vielfalt liegt unsere Stärke, und in der Demokratie finden wir den Raum für den respektvollen Austausch unserer unterschiedlichen Perspektiven.

Dr. Annette Gerlach (Ärztin im Krankenhaus) erklärte, dass sie erstmals vor so vielen Leuten spricht und gehofft hatte, dass es jemand Anders übernimmt. Doch dies ist genau das Problem unserer Gesellschaft: Wir dürfen nicht mehr warten, bis jemand anders die unbequeme Rolle übernimmt. „Demnach kann auch meine Stimme wichtig sein, wenn extremistische Parteien immer mehr Zulauf bekommen. Wenn Unrecht geschieht, dann mischt Euch ein.“

Maximilian Mattausch (Kinderzeche/TSV) zitierte anfangs u.a. einen Text aus der Kinderzeche. Das Eintreten für das Menschentum findet sich auch im Text der Kinderzeche wieder. „Kommt zurück auf die Seite der Vernunft, kommt wenigstens zurück auf die Seite der Menschlichkeit“. – „Wir sind mehr und nie wieder ist jetzt!“

Dekan Uhland Spahlinger sprach am Schluss: „Wenn wir stark genug sind, dann ist auch unsere Demokratie stark“.

Er beendete die Veranstaltung mit einem Zitat von Martin Niemöller:

Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Kommunist.
Als sie die Sozialdemokraten einsperrten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Sozialdemokrat.
Als sie die Gewerkschafter holten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Gewerkschafter.
Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte.

 

 

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