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Young Leaderin trifft THW Ehrenpräsidenten

Falschen BMW zerlegt - Interview einer Young Leaderin mit Albrecht Broemme, Ehrenpräsident des THW´s und frischgebackener Träger des Bundesverdienstkreuzes.

Paderborn, 07.12.2020 – Tatütata, die Feuerwehr ist da! Schon die Kinder wissen, wer bei Bränden zu Hilfe gerufen wird. Doch was passiert eigentlich, wenn die Feuerwehr an ihre Grenzen gerät?

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Unsichtbare Helfer

Sei es bei Umweltkatastrophen oder Pandemien, die „blauen Engel“ des THW´s leisten Hilfe, wenn Feuerwehr und Polizei nicht mehr über das nötige Material und Personal verfügen. Trotz seiner gesellschaftlich tragenden Funktion ist das THW in der Öffentlichkeit aber eher unsichtbar.

Auf der 69. Young Leaders Akademie in Paderborn, auf der junge Meinungsmacher Ende Oktober mit Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft diskutierten, war Albrecht Broemme daher eingeladen, die Arbeit seiner Organisation vorzustellen.

„Die Arbeit ist täglich – aber nicht alltäglich“ berichtet Albrecht Broemme.  Er hat sich wegen der vielfältigen Aufgaben für das THW entschieden. „Denn andere Blaulichtorganisationen waren mir zu einseitig. Beim THW habe ich schon mit 17 Jahren lieber Brücken gesprengt, während meine Klassenkameraden Chemie-Klausur schreiben mussten“.

Aufregung und Auftrag

Als Mitglied dieser Spezialeinheit lernte er sinnstiftende und praktische Handwerksgeschicke abseits vom Alltag. Dabei erlebte er auch kuriose Sachen: „Einmal durften wir einen nagelneuen 5er BMW auseinandernehmen. Wir hatten das Dach schon abgenommen und uns plötzlich gewundert, warum das Auto noch ein Nummernschild besitzt. Kurzum, wir hatten das falsche Auto vom Parkplatz genommen“.

Das THW ist die Katastrophenschutzorganisation des Bundes im Geschäftsbereich des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat. Es steht für professionellen, kompetenten und freiwilligen Katastrophenschutz. Wer allerdings meint, dass das Besondere am THW die Vielzahl an verschiedenen Einsatzfahrzeugen ist, der irrt sich. Bemerkenswert ist viel mehr, dass 98 Prozent der Mitarbeiter ehrenamtlich für das THW arbeiten und nur 2 Prozent hauptamtlich.

Gutes Tun und auch noch Spaß daran haben

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Doch was genau macht das THW für sie so attraktiv? Die Aussagen der Mitglieder des THWs Ansbach sprechen für sich:

  • Tobias (31), Jugendbetreuer: „Technik ist mein Leben“.
  • Sebastian (31), Helfer: „THW ist mein Ausgleich zum Alltag“.
  • Nadine (36), Helferin: „Frauen im THW sollte es mehr geben!“
  • Filo (15), Junghelfer: „Die Jugendlager sind super“

Der Spaß kommt nämlich nicht zu kurz! Denn laut Broemme ist „Ehrenamt nicht nur wichtig, würdig oder ein typisches Merkmal in Deutschland, sondern es darf auch Spaß machen.“

Mitmachen kann jede und jeder, der lernen will, Menschen in Notsituationen zu helfen. Auf die Frage, was denn einen „durchschnittlichen“ THW´ler ausmache, antwortet der Ehrenpräsident schmunzelnd: „Ein Aufzug ist ausgelegt für 8 Personen, 6 Feuerwehrleute oder 5 THW´ler: Der typische THW´ler ist kein Sportler. Er ist kräftiger gebaut. Das hilft in Notsituationen. Er ist interessiert, schätzt die Arbeit im Team und lernt, auch in äußerst schwierigen Situationen eine kluge Lösung zu finden.“

Mit dem Anspruch, auch in Zukunft allzeit bereit zu sein, verbindet er den Appell an die Gesellschaft, die Arbeit des THW´s wertzuschätzen. Leisten doch die 80.000 Ehrenamtlichen in Deutschland einen „wertvollen Beitrag, der sich weder verordnen noch bezahlen lässt. Er ist vielmehr vom Wunsch getragen, seinen Mitmenschen zu helfen.“

Sollte also in Stadt und Landkreis Ansbach in Zukunft wieder mal ein Großbrand in einem Stall ausbrechen, Starkregen eintreten oder Hilfe bei der aktuell andauernden Pandemie benötigt werden, können sich die Bürger auf die Hilfe der 110 freiwilligen Helfer verlassen.


Quelle und Autorin: Johanna Schmidt

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