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Wie Juckreiz die Mücke macht

Sommerzeit ist Summerzeit, und am 20. August ist Tag der Mücke. Aus diesem Anlass will ich zwar keinen Elefanten aus ihr machen, geschweige denn ihr einen Ehrentag verschaffen, aber es erscheint mir sinnvoll, mich ein wenig näher mit ihr zu beschäftigen.

Die gemeine Stechmücke
Die männliche Mücke ist ein angenehmer Zeitgenosse, sie – also er – ernährt sich von Blütennektar. Die Mückenweibchen sind hingegen angriffslustiger und nutzen ihren Stechrüssel, um an unser Blut, genauer gesagt an die in unserem Blut enthaltenen Proteine und andere Nährstoffe für ihre Eier zu kommen. Damit das Saugen unbemerkt und somit ungestört und leichter abläuft, gibt die Mücke beim Stechen etwas Speichel und darin ein örtlich betäubendes und blutgerinnungshemmendes Sekret in die Wunde ab.

Wir Menschen als Wirte registrieren den Stich erst dann, wenn die Stechmücke satt und zufrieden bereits die Mücke gemacht hat.

Während wir den „Blutverlust“ gut wegstecken, reagiert unser Immunsystem jedoch mit der Ausschüttung von Histamin. Dieser zur Abwehr körperfremder Stoffe notwendige Botenstoff lässt die Einstichstelle jucken.

Charakteristisch für die Stechmücke ist das alarmierende, hohe Surren. Wer kennt das in den Sommermonaten nicht? Kaum liegt man im Bett, kündigen sich Stechmücken im Schlafzimmer an. Dass sie in Ohrnähe summen, liegt an der dortigen erhöhten Kohlendioxidkonzentration. Mücken können mit ihren feinen Sinneshärchen sehr gut riechen und folgen dem Geruch in Richtung der höheren Konzentration.

Männchen und Weibchen erkennen sich vermutlich an ihrem Summen. Die männlichen Mücken summen in einer höheren Frequenz als die Weibchen. Mir als Mensch ist es jedoch unmöglich, zu unterscheiden, ob es ein harmloses Männchen ist, das ich höre, oder ein angriffslustiges Weibchen. Als emanzipiertes Weibchen verschiebe ich dann meine Nachtruhe und gehe auf die Jagd. Einzig erfreulich: Ihr Summen erleichtert uns das Jagen.

Die Kriebelmücke
Gemeiner als die gemeinen Stechmücken sind die sogenannten Kriebelmücken: Diese kleinen unscheinbaren Insekten mit dem eher gedrungenen Körper und den kurzen Beinen sehen auf den ersten Blick wie kleine, harmlose Stubenfliegen aus. Im Gegensatz zu Stechmücken nähern sie sich uns völlig geräuschlos. Sie stechen nicht, sie beißen, und meist bemerken wir sie erst danach. Kriebelmücken sägen mit ihren Mundwerkzeugen eine Wunde in unsere Haut, bringen einen Blutgerinnungshemmer ein und saugen anschließend das dort austretende Blut auf.

Die Mückenweibchen und ihr Nachwuchs lieben wie wir Menschen eben auch schattige Plätze an fließenden Gewässern und halten sich bevorzugt in deren Nähe auf. Aktiv sind Kriebelmücken insbesondere in den Morgen- und Abendstunden. Einzig erfreulich: Die Kriebelmücke kommt quasi nicht ins Haus.

Die Bremse
Ob es eine Bremse war, die gerade gestochen hat, erkennen wir unschwer daran, dass der Blutsauger meist noch auf der Wunde sitzt, wenn wir den Stich spüren. Der Stich einer Bremse ist schmerzhafter als der einer normalen Mücke, da sie die Haut ihrer Opfer anschneidet, um aus dem Vollen zu schöpfen.

Bremsen sind äußerst penetrant, im wahrsten Sinne des Wortes. Besonders aktiv sind Bremsen an schwülen Tagen in den Sommermonaten in der Nähe von Wäldern und Wiesen. Je höher die Luftfeuchtigkeit, desto wohler fühlt sich die Bremse. Weil sich dieser Blutsauger gerne in der Umgebung von Pferden und anderen großen Nutztieren aufhält, nennt man ihn auch Pferdebremse. Angelockt wird sie olfaktorisch von Schweiß und optisch von Bewegungen. Über ihre Fühler nehmen sie die Stoffe im Schweiß und Atem und die Körperwärme schon von weitem wahr. Obwohl sie Bremse heißt, ist sie ein Beschleunigungsfan. Bremsen lieben Bewegung. So erkennen sie auch ihre Opfer. Je mehr wir uns bewegen und je schneller, desto schneller bemerkt es die Bremse und desto spannender findet sie es. Dabei sind Bremsen zudem hartnäckig und zielorientiert. Sie sind sehr schnell und können ihre Opfer über lange Strecken verfolgen, wie zum Beispiel Jogger oder Fahrradfahrer. Sie lassen sich kaum vertreiben. Die Pferdebremse ist die Größte unter den Bremsen und wird bis zu 2,5 Zentimeter lang. Einzig erfreulich: Sie geht früh schlafen.

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So lassen sich Stiche (Anmerkung der Redaktion: Wenn im Folgenden von „Stichen“ die Rede ist, sind „Bisse“ gleichermaßen gemeint) vermeiden:

  • Lange, weite und helle Kleidung mit engen Bündchen an Armen und Beinen tragen. Während Stiche der gemeinen Stechmücke und der Bremse auch durch enge Kleidung hindurch gehen können, schafft es die Kriebelmücke hingegen normalerweise nicht, sich durch Stoff zu beißen.
  • „Licht aus!“ bringt im Übrigen im Hinblick auf die Plagegeister gar nichts. Die Mücke sieht nicht besonders gut und orientiert sich in erster Linie an Gerüchen. Deshalb:
  • Tagschweiß vor der Dämmerung abduschen, denn die Blutsauger werden neben Kohlendioxid von Schweiß angelockt.
  • Mückenschutzmittel benutzen. Wenn man sogenannte Repellentien, also Substanzen, die der Abwehr von Schädlingen oder Lästlingen dienen, großflächig aufträgt, hat man etwa fünf Stunden Ruhe vor den Mücken. Ich vertraue auf das rote Anti-Brumm; auch wenn es trotzdem hin und wieder einen Stich gibt, hält das Spray einige Mücken ab.
  • Als natürliche Hausmittel, mit denen sich Mücken fern halten lassen sollen, gelten Kokosöl, Zitronengras oder Knoblauch. Manche schwören darauf, ich konnte weder mit Duftlampen noch nach Eincremen mit Kokosöl einen Mücken-abwehrenden Effekt feststellen.
  • Insektenschutzgitter an Fenstern und Türen anbringen.
  • Für einen ungestörten Schlaf Moskitonetze über dem Bett aufhängen. Diese sind auch für Babys als Schutz im Kinderwagen gut geeignet.
  • Ventilator verwenden. Die Luftzirkulation sorgt dafür, dass Mücken den menschlichen Geruch weniger intensiv wahrnehmen und schwerer lokalisieren können.

Einen hundertprozentigen Schutz vor Stichen gibt es leider nicht. Hin und wieder gewinnt die Mücke.

Nach einem Stich – die Reaktionen sind von Mensch zu Mensch unterschiedlich – schwillt die betroffene Körperstelle bei vielen Menschen schnell an, rötet sich und fängt an zu jucken. Es bildet sich eine Quaddel. Vor allem in tropischen Ländern können Mücken aber auch gefährliche Krankheiten übertragen. In der Regel verlaufen Mückenstiche hierzulande jedoch meist harmlos und heilen innerhalb weniger Tage ab.

Wir haben uns mit Apothekerin Doris Hauenstein in der Markgrafen Apotheke verabredet und nachgefragt, was bei Mückenstichen wirklich hilft:

Auch wenn der Juckreiz noch so quälend sein mag: Nicht kratzen! Wer dem Juckreiz nicht widerstehen kann, sollte besser mit der flachen Hand auf den Stich klatschen.

„Durch das Aufkratzen des Stichs können Bakterien eindringen, die dann einen Entzündungsprozess im Körper in Gang bringen“, erklärt man uns in der Markgrafen Apotheke. Häufig sind es deshalb Kinder, die wegen entzündeter Mückenstiche behandelt werden müssen. Aber auch so können sich Stiche entzünden, beispielsweise wenn die Mücken Bakterien oder Keime übertragen. Einen entzündeten Stich erkennen Betroffene an einer eitrigen Einstichstelle, einer starken Schwellung oder Schmerzen und Rötungen. „Abgesehen von einer solchen Infektion kann es sich aber auch um eine allergische Reaktion handeln“, so Apothekerin Doris Hauenstein. „In solchen Fällen, insbesondere bei auffälligen Symptomen wie Fieber, sollte unbedingt ein Arzt konsultiert werden.“

Weil Kratzen also nichts bringt und es ggf. noch schlimmer macht, braucht man entweder einen eisernen Willen und/oder ein Juckreiz linderndes Mittel:

  • Einstichstelle desinfizieren. Hat man kein Desinfektionsmittel zur Hand, kann man auch erstmal ein bisschen Spucke auf die Stelle geben. Die hat zumindest eine leichte antibakterielle Wirkung. Ansonsten kann auch ein Hausmittel helfen: Zwiebelsaft. Einfach eine Zwiebel aufschneiden und auflegen – das wirkt antibakteriell.
  • Einstichstelle punktuell mit speziellen Hitzestiften aus der Apotheke erhitzen. Den Griff zu Löffel und Feuerzeug hingegen können wir nicht empfehlen, da die Temperatur schwer zu regulieren ist und so Verbrennungen die Folge sein können. Während man früher angenommen hat, dass durch die Wärme die körperfremden Eiweiße des Speichels der Mücke weitgehend zersetzt werden, geht man heute eher davon aus, dass durch die kurzzeitige Überwärmung die Reizweiterleitung unterbrochen wird. – Was auch immer es ist: Juckreiz ist quasi kein Thema mehr für mich. Ich verwende den Bite Away und bin von dem technischen Gadget völlig begeistert. Mittlerweile habe ich zwei davon, und einen immer in der Handtasche oder im Golfbag griffbereit dabei. Sobald ich einen juckenden Stich bemerke, verwende ich ihn. Es funktioniert perfekt; auch wenn es an empfindlicheren Körperstellen schon kurz gilt, die Zähne zusammenzubeißen. Das Ausbleiben von Juckreiz ist es aber auf alle Fälle wert! Einfach die Auflagefläche auf die Einstichstelle legen und Auslöseknopf drücken. Das Gerät heizt die Keramikfläche dann auf etwas über 50 °C für einige Sekunden auf.
  • Kühlen!
    • Mit Kühlpads, einem feuchten Tuch oder einem Handschuh mit Eiswürfeln lassen sich der Juckreiz lindern und ein Anschwellen begrenzen.
    • Auch kühlende und Feuchtigkeit spendende Gels oder Salben sind hilfreich. Der Klassiker und wirkerprobt ist Fenistil Gel. Der darin enthaltene antiallergische Wirkstoff Dimetindenmaleat lindert Juckreiz und Brennen bei Insektenstichen und ist auch bei leichtem Sonnenbrand verwendbar. „Der Wirkstoff verlangsamt die Entzündungsprozesse. Zusätzlich beeinflusst die Kühle die Weiterleitung des Juckreizes über die Nervenbahnen“, weiß Doris Hauenstein.
    • Wenn ich mehrere Stiche bzw. Bisse habe, hilft mir eine kühle (möglichst kalte) Dusche.
  • Mit Aloe Vera pflegen. Aloe Vera ist eine sehr nützliche Pflanze, die antibiotisch wirktDazu einfach eines der Blätter abbrechen und die dabei austretende Flüssigkeit auf die Mückenstiche auftragen. Aloe Vera Cremes gibt es natürlich auch in der Markgrafen Apotheke.
  • Creme mit Hydrocortison/Cortison auftragen. Sie helfen bei entzündeten und stark juckenden Mückenstichen. Präparate mit geringen Dosierungen sind rezeptfrei, Cremes mit einer höheren Konzentration an Hydrocortison oder Cortison sind verschreibungspflichtig.
  • Auch ein Pflaster hilft (mir zumindest) – weniger zu kratzen

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Quelle: Markgrafen Apotheke Ansbach

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