Traditioneller Jahresempfang der ÖDP
Den Schwung der Kommunalwahlen möchte die ÖDP aufnehmen um ihr kommunalpolitisches Engagement zu verstärken
Ansbach, 01.02.2026 – Der traditionelle Jahresempfang der ÖDP im Pfarrzentrum St. Ludwig in Ansbach stand ganz im Zeichen der Kommunalwahl 2026. Die Begrüßung der zahlreichen Gäste übernahm Stadtrat Friedmann Seiler. Mit einem Nachruf für den verstorbenen Stadtrat Werner Forstmeier, der mit Herz, Klugheit und unermüdlichen Einsatz die ÖDP prägte, erinnerte Seiler an seinen langjährigen Fraktionskollegen. Sein Engagement und seine Entschlossenheit für den Naturschutz und die Ökologie werden immer sichtbare Früchte tragen.
Der Bundesvorsitzende Günther Brendle-Behnisch wies in seiner Ansprache auf die mangelnde finanzielle Ausstattung der Kommunen hin und das trotz stetig steigender Aufgaben. „Das Grundgesetz garantiere den Kommunen die Selbstverwaltung und damit auch die Zurverfügungstellung der dazu notwendigen Mittel durch den Staat, so der Bundesvorsitzende der ÖDP. Hieraus folge eine grundgesetzlich abgesicherte Verpflichtung zur Finanzierung des Sozialstaats: Das sei der Regierungsauftrag! Die Kommunen bekämen immer mehr und mehr Aufgaben zugeschanzt. Die Finanzierung würde hierbei aber nicht schritthalten. „Das ist Arbeitsverweigerung des Bundes“, so Brendle-Behnisch.“
Mit einem klaren Bekenntnis für nachhaltiges Wirtschaften und einer sozialen Entwicklung im Sinne des Gemeinwohls und für mehr Tier- und Artenschutz, stellte Stadtrat Martin Berberich seine Schwerpunkte vor. „Wir wollen erste Schritte zu einer Gemeinwohl-Zertifizierung in die Wege leiten. Viele positive Aspekte sind schon vorhanden. Wir setzen uns vor allem für ein lebenswertes Ansbach für alle Generationen ein.“
Dazu gehören ein funktionierender Verkehrsverbund, eine regionale Wertschöpfung ebenso wie nachhaltiges und erschwingliches Wohnen. Für eine klimaschonende Wärmeversorgung soll die Abwärme aus der Kläranlage in Eyb als Fernwärme genutzt werden. Wir wollen eine plastikfreie Rezat und setzen uns für einen kommunalen Aktionsplan „Rezat plastikfrei“ und „Rezat müllfrei“ ein. Ein Investitionsprogramm zur energetischen Sanierung der Schulen und Schaffung von Wohnraum durch Aktivierung der über 430 Baulücken in der Stadt sind weitere Schwerpunkte. Die Sanierung des Rathaushofs und des Maurer-Anwesens soll vorangetrieben werden. Im Bauwesen sollen umweltfreundliche Baustoffe, die Verwendung von Recycling-Material und eine regenerative Bauweise gefördert, bzw. bei öffentlichen Bauvorhaben zur Pflicht werden. „Wir brauchen ein Kataster für versiegelte Flächen und für welche Flächen die Möglichkeit zur Entsiegelung besteht.“
Die Bewahrung der Lebensgrundlagen, der Schutz unserer Ressourcen und der kommunalen Trinkwasserversorgung stehen an oberster Stelle der Agenda. Ob Gesundheitsfürsorge, Mobilität, Energie, Naturschutz oder soziale Stabilität wir müssen bei diesen Themen vom Reden ins Handeln kommen. Ansbach braucht u.a. ein besseres Verkehrskonzept.
Im Anschluss stellte sich Landratskandidatin Maria Hetzel vor und welche Themen für sie im Fokus stehen. „Im Landkreis Ansbach wird nach wie vor zu viel Fläche versiegelt. Es herrscht ein Konkurrenzdruck, denn wir brauchen Flächen für Gewerbe, für Siedlungen, auch für die erneuerbaren Energien, aber vor allem brauchen wir auch landwirtschaftliche Flächen.“ Ziel muss es sein, möglichst wenig zu versiegeln, Leerstände zu nutzen, anstatt neue Flächen auszuweisen. Photovoltaikanlagen sollten bevorzugt auf bereits versiegelten Flächen entstehen, z.B. auf Gewerbeflächen oder Supermärkten und Parkplätzen. Auch der Ausbau der erneuerbaren Energien benötigt Fläche und deshalb muss das mit Augenmaß erfolgen. Wichtig sei es, mit der Speicherung und der Eigennutzung voranzukommen.
Ein weiteres Thema ist die Kreislaufwirtschaft und hier vor allem die Wertstoffhöfe. „Wir haben im Landkreis in jeder Kommune einen Wertstoffhof. Nicht überall kann alles abgegeben werden und nicht überall herrschen optimale Bedingungen.“ Seit einigen Jahren gibt es das Bestreben Wertstoffhöfe zusammenzuführen, aber der Landkreis sei hier noch nicht vorangekommen. „Wir wollen uns im Kreistag weiter dafür einsetzen mehrere Wertstoffhöfe zu einem Wertstoffzentrum zusammenzuführen. Der Vorteil besteht darin, dass eine schärfere und saubere Trennung von Rohstoffen möglich ist.“ Die Container hätten einen sauberen und trockenen Standort mit Fachpersonal vor Ort. Öffnungszeiten könnten ausgeweitet und zusätzlich ein Second-Hand-Laden oder ein Reparaturcafé angeboten werden.
Der ÖPNV im Landkreis ist defizitär, auch weil der Freistaat Bayern hier die Kommunen zu wenig unterstützt. Der ÖDP sei es wichtig, einen attraktiven öffentlichen Nahverkehr zu erhalten. Die Linien müssen überarbeitet werden, Expresslinien könnten für mehr Attraktivität sorgen, neue Konzepte wie zum Beispiel ÖPNV-Taxi müssen gedacht werden. Eine Mitfahrbörse gibt es, die mit einer App einer besseren Nutzung zugeführt werden könnte.
Das kulturelle Rahmenprogramm des Empfangs gestaltete das Duo Cadore. Gabrielle Weigel und Stephan Iglisch verzauberten mit ihren Flöten- und Harfenklängen und führten in die Entstehung der jeweiligen Musikstücke mit ihrem vielseitigen Wissen ein.
Im Anschluss an den offiziellen Teil fand noch ein intensiver Austausch mit allen Gästen an einem reichlich bestückten Büfett statt.