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Schüler der Johann-Steingruber-Schule setzen musikalisches Zeichen gegen Mobbing!

Ansbach, 23. September 2026 – Mobbing ist ein allgegenwärtiges und bedeutendes Thema in der Schulzeit, sei es als Aussenstehender oder Beteiligter.

Lehrer Marco Ganzmann der Johann-Steingruber-Realschule hat sich mit seinen Schülern auf eine Mission begeben, um dieses Thema durch ein musikalisches Projekt hervorzuheben. In diesem Interview erfahren Sie mehr über die Hintergründe dieses Projekts.

 

Wie wichtig ist dieses Projekt?

Kayla: „Für mich ist es sehr wichtig, weil ich schon einmal Mobbing mitbekommen habe und gemerkt habe, dass sich viele Menschen nicht gesehen gefühlt haben. Ich glaube, dass dieses Projekt den Menschen hilft, sich gesehen zu fühlen.“

Jana: „Es ist sehr wichtig, weil man bei solchen Fällen nie wegschauen darf. Man weiss nie, wie weit es gehen könnte.“

Marco Ganzmann: „Sehr wichtig, weil Mobbing ein Thema ist, das viele Schüler beschäftigt. Es hat grossen Anklang gefunden, aber man muss sagen, dass wahrscheinlich die Hälfte jeder Klasse schon einmal irgendeine Art von Mobbing mitbekommen hat. Das macht es noch relevanter für die Schülerwelt.“

Was hat an diesem Projekt am meisten Spass gemacht?

Kayla: „Es hat alles Spass gemacht, besonders weil ich es mit meiner besten Freundin gemeinsam gemacht habe.“

Jana: „Mit Freunden alles zu machen, war sehr schön.“

Marco Ganzmann: „Am meisten Spass hat es mir gemacht, als ich gesehen habe, wie alles zusammenkommt. Vor allem, weil wir etwas Wichtiges machen und dann zu sehen, wie die Musik, der Text und die bildliche Vision ineinandergreifen, war der schönste Moment für mich.“

In eurem Video durchbrecht ihr die sogenannte „third wall“. Wie wichtig war das für euch?

Kayla: „Ich finde, durch diesen „Third Wall Break“ fühlt sich der Zuschauer noch direkter angesprochen, weil wir dann direkt in die Kamera sagen, dass ich nicht Sarah, sondern Kayla bin.“

Jana: „Das war auch ein Punkt, der mir Spaß gemacht hat, weil man sich dann auch angesprochen fühlen soll. Wegzuschauen ist nie gut.“

Marco Ganzmann: „Die Idee kam relativ spät. Wir wussten zwar, dass wir ein Video über Mobbing machen, aber beim Schreiben des Songs sahen wir die Schwierigkeit, dass die „echte“ Jana die Böse verkörpert und die „echte“ Kayla das Opfer ist. Wir haben dann überlegt, wie wir die beiden nicht wirklich in Verbindung bringen und wie wir das klarstellen können. Da kam uns die Idee mit der Third wall. Vor allem, weil wir das dadurch aufklären konnten.“

Was war die größte Herausforderung bei dem ganzen Projekt?

Kayla: „Für mich persönlich war es wichtig, alles gut und anständig rüberzubringen. Hätten wir zum Beispiel in einem Take gelacht, hätte man gedacht: „Ja, wow, das ist nur Spaß.““

Jana: „Da mit Freunden oft lustige Situationen entstehen, war es sehr schwierig, diesen Situationen aus dem Weg zu gehen, da Mobbing ein ernstes Thema ist!“

Marco Ganzmann: „Das Herausfordernde war, sich auf ein Thema zu einigen. Wir hatten erst ganz viele Ideen und letztendlich mussten wir unsere Gedanken sortieren. Sich auf ein Thema festzulegen, ist nicht immer ganz einfach.“

Wie viel deiner persönlichen Erfahrung mit Mobbing im Schulalltag fließt in dieses Projekt ein?

Kayla: „Glücklicherweise habe ich selbst noch nie Mobbing erlebt, weder als Opfer noch als Täter.“

Jana: „Ich habe zum Glück auch keine Erfahrung damit.“

Marco Ganzmann: „Man muss zwischen Ärger und Mobbing unterscheiden. Mobbing ist ein anhaltendes und intensives Verhalten, das über bloßes Ärgern hinausgeht. Als Lehrer ist man den Schülern sehr nahe und kann diese Themen auf verschiedene Weise ansprechen.“

Was können Schüler, Schülerinnen und Lehrer am besten tun, um Mobbing zu

bekämpfen?

Kayla: „Wegschauen ist auf keinen Fall eine Option. Man sollte mit Lehrern kommunizieren und versuchen, den Betroffenen zu helfen und einzugreifen, entweder mit Hilfe von Lehrkräften oder Außenstehenden.“

Jana: „Wegschauen ist definitiv keine Lösung. Man sollte sich an Vertrauenslehrer, Eltern oder Freunde wenden, denen man am meisten vertraut.“

Marco Ganzmann: „Das Wichtigste ist, die Anliegen der Schüler ernst zu nehmen, ihnen aufmerksam zuzuhören und die Bedeutung der Situation einzuschätzen. Im Notfall sollte man die Situation ernster nehmen und sich Zeit nehmen, um zu beraten.“

Wie ist die Idee zu diesem Projekt entstanden?

Marco Ganzmann: „Die Idee entstand in Zusammenarbeit mit den Schülern. Wir haben Themen gesammelt, die für sie aktuell relevant sind, und Mobbing stand dabei ganz oben auf der Liste. Anfangs konzentrierten wir uns auf Cybermobbing, da Social Media für Schüler eine große Rolle spielt. Wir erkannten jedoch, dass wir ein breiteres Spektrum an Mobbingthemen abdecken könnten, wenn wir uns nicht nur auf Cybermobbing beschränken würden.“

Wie hast du dich auf das Projekt vorbereitet?

Kayla: Den Text natürlich auswendig gelernt, dabei habe ich versucht, mich in die Rolle einzufühlen.“

Jana: „Ich habe mit Freunden das Reden geübt und versucht, die böse Person zu spielen, obwohl ich persönlich eine sehr nette Person bin.“

Wie schwierig war die Koordination?

Marco Ganzmann: „Die Koordination war nicht schwierig für mich, da ich bereits Erfahrung mit zwei Projekten habe. Ich habe sieben Jahre lang den Unterstufenchor an der Realschule geleitet, bevor ich die Hip-Hop-Band gegründet habe. Daher fiel es mir nicht schwer, diese verschiedenen Elemente zu vereinen. Eine Herausforderung bestand darin, einen geeigneten Drehort zu finden – vielen Dank an Bücher Pustet für den Ort. Rollen ändern sich oft zum Schluss. Manchmal plant man bestimmte Dinge, verwirft sie dann wieder und verbessert sie, bis sie funktionieren.“

Sollte es mehr solcher Projekte geben?

Kayla: „Ja, auf jeden Fall! Je mehr Projekte es gibt, desto mehr wird erkannt, dass dies ein wichtiges Thema ist.“

Wie lange dauert so ein Projekt?

Marco Ganzmann: „Das hängt ganz von den Umständen ab. Mit Schülern zu arbeiten dauert immer länger als alleine, einfach weil so viele Leute beteiligt sind und viel organisatorischer Aufwand dahintersteckt. Hier haben wir ungefähr ein halbes Jahr gebraucht. In der Zeit hätte ich alle Staffeln Stranger Things schauen, zehnmal nach New York fliegen oder von München nach Rom zu Fuß – im Schneckentempo – laufen können.“

In dem Musikvideo gibt es eine Szene, in der Sarah von Lisa mit dem Stuhl geschubst wird. Wie schwierig war das zu drehen?

Kayla: „Es war etwas schwierig, da ich vor allem Angst hatte, rückwärts zu fallen. Aber da hinter mir eine Matte lag, war es nicht allzu schlimm. Bei einem Take hatte ich am Arm einen blauen Fleck, aber ansonsten war es okay.“

Jana: „Wir haben ungefähr drei bis fünf Takes gebraucht, aber es war sehr lustig. Es war vor allem schwierig, dass sie (Kayla) landet.“

Wie ist die Resonanz im Umfeld?

Kayla: „Die meisten waren zu Tränen gerührt und fanden es wirklich wunderschön, was ihr getan habt! Ein paar haben sich sogar bedankt.“

Jana: „Die Leute fanden, dass wir das super gemacht haben und alles gut gelaufen ist.“

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