Mehr Smartphone-Kompetenz für Kinder und Eltern

Spannende und kurzweilige Digital-Tage hat jetzt die Kommunale Jugendarbeit des Landkreises Weißenburg-Gunzenhausen in Zusammenarbeit mit der Grundschule Weißenburg angeboten.

Weißenburg, 15. Dezember 2025 – Digitaltrainer Hendrik Odendahl informierte die Schüler der dritten und vierten Klassen, das Lehrerkollegium sowie interessierte Eltern über Risiken und Chancen der Smartphone-Nutzung und gab konkrete Tipps für einen sicheren digitalen Alltag in Schule und Familie.

Smartphones, Spiele und „YouTube“ gehören für viele Kinder inzwischen selbstverständlich zum Alltag. Oft erhalten sie ihr erstes Smartphone von den Eltern, ohne jedoch klare Regeln oder eine begleitende Einführung. Der Einstieg in die digitale Welt verläuft dadurch nicht selten problematisch und bleibt lange unbemerkt, wissen Eltern wie Lehrer. Beim Elternabend verdeutlichte Hendrik Odendahl zunächst die Spannbreite der öffentlichen Debatte: Während einige in früher Smartphone-Nutzung eine notwendige Vorbereitung auf die digitale Zukunft sehen, machen andere sie für zahlreiche Probleme verantwortlich. Unabhängig davon sei klar, dass Smartphones längst Teil der Lebenswelt von Kindern sind. Umso wichtiger sei deshalb eine bewusste und begleitete Medienerziehung.

Ein Einblick in die digitale Welt der Kinder sorgte bei vielen Eltern für Überraschungsmomente. „YouTube“-Stars wie Bibi, Paluten oder Julien Bam sind für Kinder feste Bezugspunkte, den meisten Erwachsenen jedoch unbekannt. Gleichzeitig fehlen vielen Kindern grundlegende Kenntnisse über Risiken im Netz. So berichtete der Referent, dass bereits Grundschulkinder in Spielen oder Chats von fremden Personen angeschrieben wurden und dabei teilweise auch mit strafrechtlich relevanten Inhalten konfrontiert werden.

Besonders problematisch sei dabei, dass viele Kinder solche Erlebnisse nicht mit ihren Eltern teilen. Aus Angst, dass ihnen das Smartphone weggenommen werden könnte, behielten sie entsprechende Kontakte oft für sich. Ein offener Austausch komme so nicht zustande, obwohl er für den Schutz der Kinder entscheidend wäre. Odendahl betonte daher die Bedeutung von Vertrauen und klaren Absprachen und wies darauf hin, dass viele der genutzten Apps feste Altersgrenzen haben und eigentlich nicht für Kinder im Grundschulalter vorgesehen sind. Ein Beispiel ist „WhatsApp“: Die App ist laut Nutzungsbedingungen erst ab 13 Jahren mit Zustimmung der Eltern erlaubt und erst ab 18 Jahren ohne elterliche Erlaubnis. Gerade weil WhatsApp der meistgenutzte Messenger im Familienalltag ist, wird diese Altersgrenze häufig unterschätzt.

Dabei spiele auch die unterschiedliche Wahrnehmung von digitaler und realer Welt eine Rolle. Während Eltern diese häufig als zwei getrennte Bereiche betrachten, verschwimmen sie für Kinder zunehmend. Erlebnisse aus Chats, Spielen oder sozialen Netzwerken seien für Kinder real und emotional wirksam und ließen sich nicht klar vom Alltag trennen.

Kritisch sei zudem, dass Kinder vor oder nach der Übergabe eines Smartphones oft nicht ausreichend darüber aufgeklärt werden, welche Inhalte erlaubt sind und welche nicht. Über Smartphones lassen sich jedoch problemlos auch nicht altersgerechte Inhalte abrufen. Eltern seien häufig unsicher, da sie selbst meist ohne Smartphones aufgewachsen sind. Klare Regeln und technische Schutzmaßnahmen könnten dabei helfen, diese Lücke zu schließen.

Ein weiteres Thema war die Rolle der Schule. Odendahl machte deutlich, dass Lehrkräfte ein Bewusstsein dafür entwickeln sollten, dass Konflikte, Ausgrenzung oder Gruppendynamiken aus der digitalen Welt häufig direkte Auswirkungen auf das soziale Miteinander und die Stimmung im Klassenzimmer haben.

Auch die Nutzungsdauer spiele eine wichtige Rolle. Smartphones gehörten nachts nicht ins Kinderzimmer, da sie Schlafmangel und Konzentrationsprobleme begünstigen können. Empfohlen wurde, alle Smartphones über Nacht an einem festen Ort außerhalb der Schlafzimmer aufzuladen, auch die der Eltern.

Zum Abschluss hob der Digitaltrainer die Chancen digitaler Medien hervor. Wenn Eltern und Lehrkräfte Kinder begleiten, sich für deren digitale Interessen öffnen und gemeinsam Regeln vereinbaren, könne dies Vertrauen stärken und den Austausch fördern. Feste Regeln, etwa mit Hilfe eines Mediennutzungsvertrags (www.mediennutzungsvertrag.de), sowie altersgerechte App-Einstellungen unterstützen dabei. Als verlässliche Informationsquellen nannte Odendahl außerdem folgende Internetseiten: www.klicksafe.de, www.medien-sicher.de und www.handysektor.de.

Quelle: Pressemitteilung, Landratsamt Weißenburg-Gunzenhausen