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Lebensraum für Insekten geschaffen – Seniorenbeirat baut Sandarium am Golfplatz Dinkelsbühl

Der Seniorenbeirat setzt seit einigen Jahren Projekte im Sinne des Umweltschutzes um. Ziel ist es, die Menschen für die Belange von Flora und Fauna zu sensibilisieren. „Sofern wir in die Natur eingreifen, haben wir strengstens auf die Wiederherstellung ihres Gleichgewichts zu achten“, zitiert Wilhelm Reu, Vorsitzender des Seniorenbeirats, den Philosophen Heraklit. „In diesem Jahr haben wir unter der Schirmherrschaft des Projektes „Stadtbiene“ ein „Sandarium“ in Angriff genommen. Dankenswerter Weise hat uns der Golfclub „Romantische Straße“ ein geeignetes Stück Land zu Umsetzung unseres Projektes zur Verfügung gestellt. Unter der Federführung von Heinz Dalhäußer entstand das angestrebte Sandarium“, bemerkt er stolz. Sandarien können in jedem Garten angelegt werden vom kleinen Beet bis zum großen Sandhaufen. „Noch die richtigen Pflanzen in der Nähe und ein paar Tothölzer und schon wird es brummen und summen“, ist sich Wilhelm Reu sicher.

Der Vorsitzende des Seniorenbeirats bedankte sich beim Pressetermin bei allen Initiatoren und Helfern. In Zusammenarbeit von Seniorenbeirat, Lionsclub und dem Golfclub sei ein tolles Projekt entstanden. Vor allem die Unterstützung von Heinz Dalhäußer, Forstdirektor a.D. und Vorsitzender der Arbeitsgruppe Umwelt des Seniorenbeirates, sei maßgeblich für den Erfolg des Vorhabens gewesen.

Etwa 75 Prozent der Wildbienen sind auf diese Art Behausung angewiesen. Nur 25 Prozent geben sich mit einem Insektenhotel zufrieden. Vor allem Erd- und Sandbienen nutzen die Sandhaufen laut Dalhäußer als Zuhause. Weltweit gibt es 1500 verschiedene geschützte Arten dieser Bienen. Sie leben solitär, also bilden keinen Staat. Die Weibchen bauen die Bruthöhlen, 10 bis 12 Zentimeter tiefe Röhrchen, in den Sand und legen dort zwei bis drei Brutzellen an. „Es ist sehr wichtig, den richtigen Sand für ein Sandarium zu  verwenden. Sind die Körner zu scharfkantig, verletzen sich die Bienen an den Flügeln“, weiß Dalhäußer. Deshalb sei ein bindiger Sand ideal. Außerdem muss die Fläche mindestens 40 auf 40 Zentimeter groß sein. Schräge Flächen lassen das Wasser besser ablaufen. Die Sandbienen sind für den Menschen ungefährlich. Nur die Weibchen besitzen einen Stachel, der aber zu schwach ist, um durch die menschliche Haut dringen zu können. Sie ernähren sich fast ausschließlich von Pollen, unter anderem von Glockenblumen, Weiden, Ahorn und Kräutern. „Der von uns ausgewählte Standort ist ideal für das Sandarium: Es gibt Weidenrösschen, eine Vielzahl von Gräsern und eine von den Betreibern des Golfplatzes angelegte Wildblumenwiese“, freut sich Wilhelm Reu.

Den Sand für das Sandarium hat die Firma Georg Müller und Töchter aus Wilburgstetten gespendet. „Ich möchte allen Helfern ein großes Dankeschön aussprechen. Ich freue mich immer wieder, wenn durch eine gute Zusammenarbeit etwas so tolles entsteht! Es ist wichtig, sich unserer Umwelt wieder bewusst zu werden, sie zu schützen, zu schätzen und zu bewahren. Mit solchen Projekten können wir unseren Beitrag dazu leisten“, erklärt Bürgermeisterin Nora Engelhard. Der Seniorenbeirat plant, in Kürze noch ein Schild am Standort anzubringen.

Quelle und Foto: Stadt Dinkelsbühl/Laura Krehn

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