Ansbach, 19. Januar 2026 – Die Arbeit des Ansbacher Graffiti-Künstlers Marco Holzinger, besser bekannt als ERAS, ist längst auch über die Grenzen der Residenzstadt hinaus bekannt. Kampagnen für Adidas, Bühnenbilder für das SPLASH!-Festival oder den Rapper DIKKA: Holzingers Kunst erfreut sich großer Beliebtheit. Mit der Ausstellung „ReliGraff“ präsentiert der Künstler Anfang des Jahres einige seiner Werke im Ansbacher Kulturforum. Fränkischer-Autor Jakob Rittmaier besuchte die Vernissage an der Reitbahn am vergangenen Freitag.
ERAS vereint mit der Ausstellung zwei für ihn prägende Welten: Die zeitlos elegante Ästhetik des Rokoko, die Holzinger durch einen Auftritt bei den Rokoko-Festspielen schon aus jungen Jahren kennt, trifft auf Graffiti. Man könnte meinen, dass sich diese Kunstform, die in den frühen 1980er-Jahren aus den USA nach Deutschland überschwappte, auf den ersten Blick nur schwer mit dem Rokoko kombinieren lässt. Doch Holzinger bewegt sich mit seinen Kunstwerken geschickt zwischen beiden Epochen. „Die Leute haben mich immer gefragt, was ich eigentlich mache, und dann ist mir gekommen, dass das eigentlich auch Reliefs sind“, erzählt er. Das Zusammenspiel aus Relief und Graffiti findet sich deshalb auch im Namen der Ausstellung wieder: „ReliGraff“. Neben ERAS präsentieren auch die befreundeten Künstler YARD und Khan eine Auswahl ihrer Arbeiten. Eröffnet wurde der Abend mit einer Darbietung der Rokoko-Tanzgruppe des Heimatvereins.
ERAS kombiniert Rokoko und Graffiti
Bei den zahlreichen Stücken der Ausstellung handelt es sich um Arbeiten von ERAS aus den letzten zehn Jahren. Die Skulpturen sind allesamt aus Styrodur geschaffen und werden mit anderen Materialien wie Holz oder Stahl abgerundet. Neben den Einflüssen aus Rokoko und Hip-Hop-Kultur finden sich auch Referenzen aus anderen Bereichen der Popkultur. So enthalten Holzingers Werke immer wieder Verweise auf Klassiker wie Star Wars, Batman oder die DuckTales. „More Machine than Man“ zeigt zum Beispiel den Kultbösewicht Darth Vader. Auch die musikalische Untermalung des Abends vereint Klassik und Urban Culture: Besucherinnen und Besucher, die bei „Maître du Rythme et de la Parole“ den Schalter unterhalb der Skulptur betätigen, können anschließend zu einem Instrumental des Ansbacher Produzenten Tobi „Loquaze“ P. die Werke des Künstlers bestaunen. Bei der Vernissage am 16. Januar präsentierten ERAS und sein Team überdies auch einen Snack, der eigens für das Event geschaffen wurde: Der „Rokokokuss“ ist eine Praline, die in Zusammenarbeit mit einer Konditorin aus Feucht entstanden ist. „Der Name ist auch schon geschützt“, erzählt Holzinger schmunzelnd.

Pläne für die Zukunft
Auch 2026 möchte Holzinger wieder einige Projekte in Angriff nehmen. Aktuell arbeitet er an einem Konzept, um künftig mit Unternehmen zusammenarbeiten zu können. Dabei soll die Technologie der jeweiligen Firmen zum Einsatz kommen und in ERAS’ Kunstwerke einfließen. Es sind unter anderem Künstler wie ERAS, die beweisen, dass Graffiti längst seinen Weg aus dem Untergrund gefunden hat und heute einen festen Platz in der Kunstwelt einnimmt. Wer die eindrucksvollen 3D-Skulpturen im Ansbacher Kulturforum selbst sehen möchte, hat dafür noch bis zum 8. Februar 2026 Zeit. Darüber hinaus organisiert Marco Holzinger parallel eine Graffiti-Wanderung mit dem Ansbacher Verein Stadtfreunde. Interessierten gibt der Künstler dabei weitere Einblicke in Ansbachs Graffiti-Historie.




