Ein Vormittag in der Tagespflege der Diakonie

Weißenburg, 7. November 2025 – Anpacken statt nur reden: Landrat Manuel Westphal hat sich einen Vormittag lang selbst in den Dienst der Diakonie gestellt, um während eines Kurzpraktikums in der Tagespflege in Weißenburg selbst zu erleben, wie anspruchsvoll und vielfältig die Arbeit im sozialen Bereich ist. Mit solchen Einblicken möchte der Landrat den Berufsgruppen im Landkreis Wertschätzung zeigen und gleichzeitig besser verstehen, wo Unterstützung benötigt wird.

Veronika Wegerer hatte sich gut auf den Besuch von Landrat Manuel Westphal in der Tagespflege der Diakonie Altenhilfe Südfranken vorbereitet. Die Raitenbucherin hatte extra auf einem Spickzettel notiert, was sie den Landrat fragen will, wenn er einen Vormittag in der Tagespflege mit aushilft. Die Seniorin hätte gerne von ihm gewusst: „Wie können sich alte Menschen heute noch die Pflege leisten?“ Schließlich seien Pflegeheime teuer und nicht den, der nur eine kleine Rente hat, bezahlbar. Wegerer hatte sich gleich selbst die Antwort überlegt, die sie dem Landrat, der ihr aufmerksam zuhörte, stolz präsentierte: „Senioren-WGs wären doch eine gute Lösung, weil die nicht so teuer sind…“ Eine Idee, die auch der Landrat gut fand, vor allem auch, weil man in Wohngemeinschaften nicht alleine ist und so der Einsamkeit, unter der viele Senioren leiden, entfliehen kann.

Genau dieses Konzept liegt laut Jana Haberkern, stellvertretende Leitung der Diakonie, auch dem Konzept der Tagespflege zugrunde. An fünf Tagen von Montag bis Freitag können die Seniorinnen und Senioren von 8 bis 17 Uhr in der Nürnberger Straße 13 in Weißenburg gemeinsam eine gute Zeit verbringen. Ein Tag in der Woche ist für Interessierte sogar kostenfrei und die Diakonie bietet ebenfalls einen kostenfreien Probetag an. So können Seniorinnen und Senioren unverbindlich ausprobieren, wie gut ihnen das gemeinsame Miteinander und die Betreuung tun. Entweder werden sie von ihren Angehörigen gebracht oder können vom Fahrdienst geholt werden. Wichtig ist vor allem eines, erklärte Haberkern dem Landrat vor seinem Arbeitseinsatz: „Die sozialen Kontakte und die Gesellschaft sind der Grund, warum viele kommen. Und uns ist es wichtig, dass die Senioren hier aktiviert werden, das ist im Prinzip wie eine Kita für Senioren.“ Konkret heißt das: In der Tagespflege wird gemeinsam in der Gruppe gesungen, gegessen und gespielt. Und so ist auch Landrat Manuel Westphal von Anfang an mit vollem Einsatz dabei, wenn zum Beginn des gemeinsamen Vormittags das Lied „Danke für diesen guten Morgen“ gesungen wird. Danach leitet die Betreuungsfachkraft Dalma die Senioren beim Morgensport an, der praktischerweise im Sitzen auf den Stühlen absolviert werden kann.

Landrat Manuel Westphal las den Senioren in der Tagespflege der Diakonie in Weißenburg aus der Bibel und aus der Tageszeitung vor. Foto: Landratsamt Weißenburg-Gunzenhausen / Markus Steiner

Danach hat Landrat Westphal den Senioren erst aus der Bibel die Tageslosung und dann aus der Tageszeitung vorlesen. Im Anschluss schälen und schnippeln die Senioren und Landrat Westphal gemeinsam Äpfel für das Apfelmus, das es am anderen Tag als Nachspeise geben soll. Dazwischen ist auch einmal kurz die Gelegenheit, um Memory und „Was passt zusammen?“ zu spielen. „Danke für das Spiel“, sagt die ältere Dame höflich, als Westphal sich von ihr verabschiedet, um im Anschluss die Blumen auf dem Balkon zu gießen, von der man einen herrlichen Blick auf den Turm der Andreaskirche hat. Danach hilft er noch beim Austeilen des Mittagessens mit. Heute gibt es Fleischkäse, Kartoffelsalat, Salat und ein leckeres Dessert. Für Landrat Manuel Westphal ist das nach einem ausgefüllten Vormittag ein schöner Abschluss für sein Schnupperpraktikum im Seniorentreff: „Ich nehme mir immer wieder gerne die Zeit, um in gesellschaftlich wichtige Berufsgruppen reinzuschnuppern. Nur durchs Mitmachen versteht man die Herausforderungen zum Beispiel in der Pflege. Vielen Dank, dass ich heute zu Gast sein durfte.“

Quelle: Pressemitteilung, Landratsamt Weißenburg-Gunzenhausen