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Düzen Tekkal erhält den Bildungspreis der Hochschule Ansbach 2022

Ansbach, 29. April 2022 – Hörsaal trägt ein Jahr lang den Namen der Menschenrechtsaktivistin – Bundesminister Cem Özdemir hält Laudatio am 1. Juli in Ansbach.

Die Filmemacherin, Kriegsberichterstatterin und Autorin Düzen Tekkal erhält den Bildungspreis der Hochschule Ansbach 2022. Damit zeichnet die Hochschule die jesidisch-deutsche Journalistin für ihren mutigen und beeindruckenden Einsatz im Bereich Bildung und Menschenrechte aus. Die 43-Jährige stellt sich mit kraftvoller Stimme dem Kampf gegen Extremismus und Gewalt, wirbt für Toleranz und fördert Aufklärung. Düzen Tekkal engagiert sich insbesondere für Flüchtlinge, sensibilisiert für deren Schicksale und erinnert immer wieder an unsere gesellschaftliche Verantwortung.

Die studierte Politik- und Literaturwissenschaftlerin beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der Frage, wie Integration gelingen kann. Die von ihr gegründete Organisation GermanDream trägt dazu bei, jüngeren Generationen die Werte des Grundgesetzes und die Möglichkeiten und Chancen der freiheitlich-demokratischen Grundordnung zu vermitteln. Mit ihrem Verein HAWAR help e.V. leistet sie humanitäre Hilfe und unterstützt den Dialog über Toleranz. Das Projekt School Talks vermittelt dabei Schülerinnen und Schülern die Situation von Jesiden und Jesidinnen, fördert interkulturelle Kontakte und deckt erkennbaren Rassismus und Antisemitismus auf.

„Düzen Tekkal sorgt für Sichtbarkeit von Flüchtlingsschicksalen, Missständen und Leid. Sie hilft direkt, sie klärt auf, sie rüttelt auf, sie fördert“, sagt Prof. Dr.-Ing. Sascha Müller-Feuerstein, Präsident der Hochschule Ansbach. „Dabei nimmt Düzen Tekkal im Kampf gegen Rassismus und religiösen Fanatismus große Risiken in Kauf. Dieser Mut, diese Beharrlichkeit, dieser Einsatz für ein so wichtiges Thema wie Menschenrechte lässt sich gar nicht hoch genug bewerten. Wir Mitglieder der Hochschule Ansbach möchten dieses wertvolle gesellschaftliche Engagement mit dem Bildungspreis 2022 würdigen.“

Der Bildungspreis ist mit einer besonderen Auszeichnung verbunden: Ein Jahr lang trägt ein Hörsaal auf dem Campus in Ansbach den Namen von Düzen Tekkal. „Bildung war das Ticket in die Freiheit für mich und meine zehn Geschwister. Alles, was ich heute tue, war nicht vorherbestimmt. Als Kind aus einer kurdisch-jesidischen Flüchtlingsfamilie habe ich in Deutschland Chancen erhalten, von denen andere nur träumen können – bislang jedenfalls. Mit meiner Arbeit möchte ich auch anderen Menschen ermöglichen, ihren Weg selbstbestimmt zu gehen. Ich bin überzeugt: Bildung ist hier der Schlüssel“, erklärt die neue Preisträgerin.

Der Bildungspreis ist mit 2500 Euro dotiert. Das Geld wird von den Hochschulmitgliedern per Crowdfunding bereitgestellt und soll – so der Wunsch der Preisträgerin – ihrer Bildungsinitiative GermanDream zugutekommen. „Mit GermanDream wollen wir zeigen: Dieses Deutschland kann mehr sein – für alle, die hier leben, von allen getragen. Denn es kommt nicht darauf an, woher jemand kommt, sondern wohin er möchte. Diese Idee tragen wir seitdem in so viele Räume wie möglich – analog und digital“, erklärt Düzen Tekkal.

Die Hochschule Ansbach vergibt den Bildungspreis seit 2018 und setzt thematisch jedes Jahr einen anderen Schwerpunkt. Ausgezeichnet werden Persönlichkeiten, die ihre Popularität in außergewöhnlichem Maß für Bildung einsetzen. Der erste Preisträger hieß Philipp Lahm (Schwerpunkt: Fußball und Bildung). Im Jahr 2019 fand die Ehrung von Lena Meyer-Landrut am Campus statt. Im Mittelpunkt standen dabei Kampf gegen Cyber-Mobbing und Hass-Kommentare auf Social Media. Die Verleihung 2020 wurde abgesagt. Vergangenes Jahr erhielt der Schauspieler und Umweltaktivist Hannes Jaenicke den Bildungspreis für seinen Einsatz im Bereich Nachhaltigkeit und Bildung.

„Ich freue mich sehr, den Staffelstab an eine Frau weitergeben zu dürfen, die mit unglaublichem Mut und Engagement versucht, Menschenrechtsverletzungen, Ungerechtigkeit, Frauenfeindlichkeit und missverstandene Religiosität zu bekämpfen“, sagt Hannes Jaenicke. „Es ehrt mich, in der Tradition der Ansbacher Hörsaal-Benennung in einer Reihe mit Düzen Tekkal stehen zu dürfen. Sie ist ein Vorbild und eine Inspiration für uns alle.“

Ehrung und Hörsaal-Einweihung finden am 1. Juli mit einem ausführlichen Rahmenprogramm zum Schwerpunkt Menschenrechte vor Ort in Ansbach statt. Laudator ist dieses Jahr unter anderem Bundesminister Cem Özdemir.

Mehr Informationen zur Hochschule Ansbach und dem Bildungspreis finden Sie hier:
www.hs-ansbach.de/bildungspreis

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Quelle: Pressemitteilung, Hochschule Ansbach

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