Den Umbau von Kiefernwäldern in stabile Mischwälder vorantreiben
Wernsbach/Weihenzell, 28. November 2025 – Auch wenn es nach einem wechselhaften Sommer und einem frühen Herbstbeginn auf den ersten Blick nicht so scheint, leiden unsere Wälder weiter unter dem Klimawandel.
Unter der zunehmenden Hitze, längeren Dürrephasen und heftigeren Stürmen leiden vor allem die heimischen Nadelbäume, die besonders gut an das kühl-feuchte Klima der Gebirge und des borealen Nadelwaldes der Taiga angepasst sind. Die Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Ansbach-Fürth und das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Ansbach rufen daher zu einem forcierten Umbau von Nadelwäldern zu stabilen und besser an das zukünftige Klima angepasste Laubmischwälder auf.
Dabei müsste neben der Fichte auch vermehrt die Kiefer in den Fokus genommen werden, erläutern der Vorsitzende der FBG Anbach-Fürth, Herbert Hechtel, und der Bereichsleiter Forsten am AELF Ansbach, Andreas Egl, bei einem gemeinsamen Ortstermin im Wald bei Weihenzell. Während die Fichte bereits seit den Stürmen Vivien und Wiebke Anfang 1990 und den nachfolgenden Borkenkäfer-Massenvermehrungen stark unter Druck steht, ist die Entwicklung bei der Kiefer relativ neu. Infolge der Hitzeextreme im Jahr 2003 und der wiederholten Hitzesommer im letzten Jahrzehnt sterben immer mehr Kiefern ab, so die Waldexperten. Erst bekämen einzelne Kiefern rote Nadeln, später sterbe nicht selten der ganze Bestand ab. Ursachen seien das Diplodia-Triebsterben – eine Pilzerkrankung, Insekten wie die Prachtkäfer, deren Larven im Bast unter der Rinde fressen und so die Leitungsbahnen für den Nährstofftransport kappen sowie ein starker Mistelbefall. Die durch die Hitze geschwächten Kiefern sind besonders anfällig gegenüber diesen Schadorgansimen.
Laut Egl breitet sich die Kiefernmistel im ganzen Landkreis von Norden und Osten kommend aus. Die kugeligen Pflanzen mit den klebrigen, weißen Beeren und immergrünen Blättern werden durch Vögel verbreitet und wachsen in den Kronen der Bäume. Mit einem Senker zapfen sie die Wasserleitungsbahnen des Wirtsbaumes an. Durch ihren hohen Wasserverbrauch verschärfen die Misteln den Wasserstress in trockenen Sommern enorm. Von unten sind die Misteln nur schwer zu erkennen, so dass der Befall in der Regel stark unterschätzt wird. Das wahre Ausmaß ist oft nur mit einem Drohnenüberflug oder nach Fällung des Baumes sichtbar.
Egl und Hechtel raten den Waldbesitzern rechtzeitig an die nächste Waldgeneration zu denken und Bestände mit besser an das zukünftige Klima angepasste Baumarten zu begründen. Solange noch Altkiefern vorhanden seien, könnten diese die jungen Bäumchen gegen Frost im Winter und zu viel Hitze im Sommer schützen. Durch Auflichtungen oder kleine Lochhiebe werde sichergestellt, dass genügend Licht und Waser zur Verfügung steht. Fehlen die schützenden Altbäume, werde die Begründung eines neuen Bestandes, sei es aus Pflanzung, Saat oder natürlichem Anflug, deutlich erschwert, mahnen die Experten.
Aktuell seien die Ausgangsbedingungen für einen Waldumbau optimal, betont Hechtel. Die Holzpreise seien auf einem Rekordhoch und mit der neuen Förderrichtlinie der Forstverwaltung stünden attraktive Förderungen zur Verfügung. Das AELF Ansbach berät Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer kostenfrei zum Waldumbau. Die FBG bietet für ihre Mitgliedglieder vielfältige Leistungen vom Holzeinschlag bis zu Pflanzung und Pflege der Wälder an.
Quelle: Pressemitteilung, Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Ansbach