Ansbach, 4. Dezember 2025 – Mit Festivals wie der Bachwoche finden in Ansbach immer wieder größere Musikveranstaltungen statt. Auch das Jazzarise, das dieses Jahr in Ansbach seinen Veranstaltungsort gefunden hatte, bot Jazzliebhabern im Oktober ein breites Angebot an Konzerten. Fans deutscher Indie-Musik kommen hingegen am 6. Dezember im Theater Kopfüber auf ihre Kosten: Die Gründer des Ansbacher Musikblogs Stage Magazin, Kai Belov und Maximilian Klenk, veranstalten dort zum ersten Mal die Stage Awards. Fränkischer-Autor Jakob Rittmaier hat sich mit den beiden jungen Ansbachern zum Interview getroffen.
Fränkischer: Hallo ihr beiden, stellt euch doch erst einmal kurz vor:
Kai: Also ich bin Kai, bin 19 Jahre alt und studiere eigentlich noch nebenbei. Das ist also nur so hobbymäßig das „Stage-Ding“, aber es macht Spaß.
Maxi: Ja, ich bin Max, bin auch 19 Jahre alt und bin Buchhändler, mach also eigentlich auch was ganz anderes.
Fränkischer: Und wie lange gibt es das Stage Magazin schon?
Max: Seit April. Im April hatten wir die Idee und sind dann eigentlich auch direkt eingestiegen.
Fränkischer: Spannend, wie viele Personen sind in das Projekt involviert?
Kai: Wir zwei waren die, die die Idee dazu gehabt haben. Nach ein, zwei Monaten hatten wir dann aber gemerkt, dass es schon ein bisschen schwierig ist, das zu zweit zu machen. Dann haben wir ein paar Leute angefragt, ob sie Bock hätten, mitzuhelfen. Jetzt sind wir so circa 16 Leute.
Max: Und wir haben halt ganz verschiedene Themengebiete. Erst sind zwei Leute dazugekommen, das sind Designer, und mittlerweile sind wir quer über ganz Deutschland verteilt.
Fränkischer: Was macht ihr denn eigentlich? Welche Musikgenres werden bei euch besprochen?
Max: Das ist ’ne gute Frage. Wir sind da so ein bisschen querbeet unterwegs. Uns beschäftigen besonders kleinere Artists, vor allem FLINTA-Artists, die Gleichberechtigung von Frauen. Auch queere Artists, weil die in größeren Musikmagazinen oft untergehen. Und meistens deutscher Indie. Das ist so unser Hauptgenre, würde ich sagen.
Fränkischer: Gibt es Newcomer aus der Region, die wir auf dem Schirm haben sollten?
Kai: Also aus Ansbach direkt kenn ich jetzt eigentlich keine, aber in der Umgebung von Würzburg kennen wir Felii. Super sweete Maus, hat noch keine Songs releast, aber sie schreibt und produziert sehr viel. In der Umgebung wäre das auf jeden Fall sie.
Maxi: Ich kenn noch eine (Künstlerin) aus Herrieden, die ist relativ groß geworden. Aber sonst ist das manchmal ein bisschen schwierig hier in Ansbach.
Fränkischer: Wie kam die Idee, das Magazin zu gründen?
Max: Ich bin nebenbei Kulturpreisbotschafter gewesen und durfte da auch sehr viel auf Konzerte gehen. Ansonsten konnte ich mich auch in meinem Beruf kreativ ausleben. Aber irgendwie war das alles noch nicht kreativ genug, und dann hab ich angefangen, mit einer Musikerin zusammenzuarbeiten. Die meinte auch, das könnte richtig gut und groß werden. Kai hat beim zweiten Post gemeint, sie macht mit, und seitdem leben wir damit eigentlich so ein bisschen unsere Kreativität aus.
Fränkischer: Im Dezember finden nun zum ersten Mal die Stage Awards statt. Wie ist die Idee dazu gekommen?
Kai: Ich glaube, das kam auch hauptsächlich von dir. Wir wollten den ganzen Kleinkünstlern auch eine physische Bühne bieten und hatten dann die Idee, daraus auch so eine Art Awardshow zu machen.
Fränkischer: Wie kam der Kontakt zum Theater Kopfüber und war es schwer, eine Location in Ansbach zu finden? Das stell ich mir schwierig vor.
Max: Ja, das war auch erst mal schwierig. Wir hatten auch zuerst an Nürnberg gedacht, waren dann aber der Überzeugung, dass wir regional anfangen wollen. Also, das Projekt kommt aus Ansbach und in Ansbach gibt es ja auch für Jugendliche nicht allzu viel. Dann hatten wir ein bisschen rumgefragt und kamen erst mal auf Cafés. Awards finden ja aber eigentlich normalerweise in einem bisschen „gehobeneren“ Setting statt. Dann haben wir Claudia vom Theater gefragt, weil ich die noch vom Ferienpass kenne, und da hat die Chemie eigentlich direkt gestimmt.
Kai: Wir hatten eigentlich zuerst auch die Idee, es im Jugendzentrum in der Altstadt zu machen. Wir waren dann auch dort, um die Details zu besprechen. Man hätte es dann auch dort machen können, allerdings waren die Räumlichkeiten doch etwas zu klein dafür. Die haben uns dann das Theater vorgeschlagen.
Fränkischer: Könnt ihr schon verraten, welche Awards bei der Show vergeben werden?
Kai: Ich hab gerade gar nicht alle im Kopf, aber wir haben „Bester Newcomerin“, das ist auf jeden Fall eine Kategorie.
Max: „Bestes Album“ haben wir noch. „Beste Kooperation“, weil ich es ganz cool finde, wenn Musikerinnen zusammenarbeiten. Dann haben wir noch „Bester Track“ und „Bestes Musikvideo“. Da war es uns auch wichtig, die Darsteller beziehungsweise die Regie zu ehren, weil ich finde, dass die zum Beispiel bei den Grammys oft gar nicht geehrt werden. Die werden zwar genannt, aber geehrt wird dann trotzdem der Musiker. Was, glaube ich, auch noch wichtig ist, ist „Bester Rapper*in“, weil da oft auch nur die Großen geehrt werden. Die kleinen, eher nischigen, gehen auch oft unter.
Fränkischer: Und auf welche Künstlerinnen und Künstler dürfen wir uns freuen?
Kai: Also einmal wäre das die Ina. Die haben wir in Salzburg kennengelernt. Sie ist super sweet. Wir hatten sie auch schon im Magazin im Interview. Dann auch Felii, die ich vorhin schon erwähnt hatte. Auch super süß, hat direkt Ja gesagt. Und Danyela noch. Das ist witzig, Ina und Daniela sind beide aus Wien und reisen extra für uns an. Auch ’ne süße Maus, wir haben viel Kontakt mit ihr.
Fränkischer: Wie betrachtet ihr als junge Ansbacher grundsätzlich die Ansbacher Kulturszene?
Max: Ich glaub, wir sind da beide der gleichen Meinung. Es gibt schon Kultur im Sinne von Konzerten und so, aber wir finden es oft nicht ansprechend für uns. Es gibt viele gute Sachen für Ältere. Die Grotte macht ja zum Beispiel auch die Mitternachtskonzerte, aber irgendwie hab ich das Gefühl, dass doch alle Studenten oder auch Azubis eher nach Nürnberg fahren. Da wollten wir jetzt auch nochmal ein kleines Angebot für Jugendliche schaffen, die sich für Indie-Musik interessieren, da das ja auch der übelste Hype ist.
Fränkischer: Habt ihr noch Ziele und Wünsche für die Zukunft?
Max: Ich muss sagen, wir haben echt schon einige Meilensteine erreicht. Wir sind schon sehr stolz auf Presseeinladungen, die wir erhalten haben. Zum Beispiel durften wir bei Nürnberg Pop dabei sein. Was noch ein Traum wäre, ist, das Ganze in drei, vier Jahren vielleicht sogar hauptberuflich zu machen. Das ist, glaube ich, das größte Ziel. Ansonsten sind wir eigentlich für alles dankbar, was so stattfindet.
Fränkischer: Vielen Dank für das Gespräch!
Die Stage Awards finden am 6. Dezember 2025 im Theater Kopfüber statt. Gemeinsam mit dem Stage Magazin verlost Fränkischer vier Gästelistenplätze + Begleitung. Liket dafür einfach unseren Post auf Instagram und folgt Fränkischer und dem Stage Magazin auf Instagram.