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Ansbacher Kids auf der Jagd nach Mister X

Bereits zu 18. Mal fahren in den Sommerferien Kinder aus Ansbach nach Nürnberg, um im Rahmen eines großen Geländespiels „Mister X“ zu jagen.

Nürnberg/Ansbach, 31.08.2019 – Wer glaubt, Kinder sitzen nur noch vor dem Computer, der täuscht sich: 55 Kinder und 15 Betreuer aus Ansbach machen sich jedes Jahr im Rahmen des Ferienprogramms auf den Weg nach Nürnberg, um Mister X zu fangen.

Sarina, Julian, Amira, Elisabeth und Younis jagen als Team Mister X. Foto: Mathias Neigenfind

Die Älteren ahnen es – es muss etwas mit dem Brettspiel Scottland Yard zu tun haben. Auch wenn nicht alle Kinder dieses Brettspiel kennen, nach wie vor ist „die Jagd auf Mister X“ eines der beliebtesten Ferienangebote. Sarina, Julian, Amira, Elisabeth und Younis bilden zusammen mit einem Betreuer eines der elf Teams. Ein anderes Team wurde als Mister X ausgelost, dass jetzt mit 20 Minuten Vorsprung in Nürnberg „untertauchen darf“. Danach stürmen sich die anderen zehn Teams in den öffentlichen Nahverkehr von Nürnberg, um Mister X zu fangen. Fängt ein Team Mister X, werden die Rollen gewechselt.

Im Caritas Pirckheimer Haus in der Nürnberger Innenstadt ist eine Telefonzentrale eingerichtet. Von hier werden die Detektive immer mit den neusten Informationen versorgt, etwa „Mister X ist gerade mit der U1 von der Haltestelle Frankenstraße in Richtung Langwasser unterwegs“. Außerdem werden hier Punkte an die Teams verteilt, je nachdem, wie dicht man Mister X auf der Spur ist. Alle 20 Minuten muss sich Mister X melden und seinen Standort durchgeben, zwischendurch melden sich die Detektivteams um neue Informationen zu bekommen. An Hand des Nürnberger Nahverkehrsplanes versuchen die Teams Mister X nicht nur zu jagen, sondern irgendwo den Weg abzuschneiden. „Das dauert ja ewig“, meint beispielsweise Julian, als sein Team auf die Abfahrt eines Busses wartet. Geduld spielt eine große Rolle an diesem Tag.

Als Mister X auf der Flucht: Wann kommt endlich der nächste Bus? Foto: Mathias Neigenfind

Die reale Welt hat nichts an ihrer Faszination verloren

Die Kinder sind mit Herzblut dabei, überlegen sich Strategien, eilen durch Nürnberg mit allen öffentlichen Verkehrsmitteln, die es gibt. Und sie lernen eine ganze Menge so ganz nebenbei: Sich in einer Großstadt zu orientieren oder die Bedeutung von Verkehrsknotenpunkten, etwa dem Hauptbahnhof. Hier kommt man immer wieder vorbei und es gibt dort viele Möglichkeiten mit Tram, U-Bahn oder Bus weiterzufahren. Am Ende des Tages kann jedes Kind einen Busplan oder eine Streckennetzkarte lesen.

Dieses Livespiel hat sich in den 18 Jahren auch den technischen Veränderungen angepasst. Früher mussten die Teams zwischendurch eine Telefonzelle suchen, um sich in der Telefonzentrale zu melden. Doch diese gibt es kaum noch in der Öffentlichkeit, das Mobiltelefon hat sie abgelöst.

Stadtjugendpfleger Udo Seidel organisiert das Geländespiel zusammen mit seinem Kollegen Thomas Bunk. „Einige Kinder machen sich ein Sport daraus, und sind jedes Jahr wieder dabei“, berichtet Seidel. „Spannend ist es als Mister X auf der Flucht, da jubeln die Kinder, wenn sie in einen Bus einsteigen und keine Detektive drinsitzen.“

Auch Regen kann die Detektive auf der Suche nach Mister X nicht abhalten. Foto: Mathias Neigenfind

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Wichtig ist es allen Kindern, mindestens einmal Mister X gewesen zu sein. Nach einem langen Detektivtag haben Sarina, Julian, Amira, Elisabeth und Younis dieses Ziel geschafft, sie waren zweimal Mister X. Am Ende landeten Sie auf Platz vier. „Ich dachte, wir wären besser“, meinte Younis, ist aber trotzdem zufrieden. Nach dem langen Tag wirkt das Team etwas müde. Amira hatte den Schrittzähler an ihrer Armbanduhr aktiviert. „Wir haben auf der Jagd genau 16.449 Schritte gemacht.“

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