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Ansbacher Basketballspielerin Luisa Geiselsöder goes international

Ansbach, 01.05.2020 – Am Samstag, 18. April 2020, konnte um 1 Uhr nachts deutscher Zeit heimlich still und leise in Burgoberbach gejubelt werden. Rein virtuell (dank Corona) wurde in diesem Augenblick der WNBA Draft 2020 durchgeführt, kurz, ein Auswahlverfahren der amerikanischen Basketballliga für Frauen. Darunter war auch eine Ansbacherin, die sogleich ausgewählt wurde!

Luisa Geiselsöder aus Burgoberbach wurde von den Dallas Wings ausgewählt. Die Freude war groß im heimischen Wohnzimmer. Was das für eine Chance ist und für die 20-Jährige genau bedeutet, erklärt sie uns Basketball-Sportlaien 😉 in einem Interview!


Stelle Dich bitte kurz vor.

Foto: Privat

Luisa Geiselsöder: Ich bin 20 Jahre alt und habe zwei größere Geschwister, einen Bruder und eine Schwester. Ich komme aus Burgoberbach, bin aber in Ansbach geboren, in Herrieden zur Schule gegangen, habe dort die Realschule beendet und danach ging es weitere nach Nördlingen, wo ich mein Abitur gemacht habe. Aktuell studiere ich an der Hochschule Ansbach International Management.

Weswegen wir auf Dich aufmerksam wurden: Du wurdest bei dem Auswahlverfahren in Amerika, dem WNBA Draft, von den Dallas Wings ausgewählt… Kannst Du dieses Auswahlverfahren bitte kurz für uns Laien erklären und was das nun für Dich bedeutet?

Luisa Geiselsöder: Im WNBA Draft gibt es drei Runden. Pro Runde werden 12 Spielerinnen gezogen. In jeder Runde des Drafts hat jedes Team einen sogenannten Draftpick, mit welchem sich die einzelnen Mannschaften die Rechte an einer Spielerin pro Runde sichern können. Die Reihenfolge im Draft entspricht grundsätzlich der umgedrehten Abschlusstabelle der vorangegangenen Saison, wodurch die Mannschaft mit der schlechtesten Bilanz das erste Wahlrecht im Draft zusteht. Die Wahlrechte liegen also rein bei den Mannschaften, auch die nächsten Jahre danach. Spielerinnen haben da so gut wie kein Mitspracherecht.

Was ist im Basketball-Sport in Amerika anders als hier in Deutschland?

Luisa Geiselsöder: Spielerisch konnte ich noch keine Erfahrung in Amerika sammeln. Aber generell ist es so, dass in der WNBA die besten Spielerinnen der Welt sind. Deswegen dort ein ganz anderes Niveau wie in Europa herrscht.

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Ein riesengroßer Unterschied ist die Aufmerksamkeit, die dem Damen-Basketball in USA geschenkt wird, vor allem auch medial. Zum Vergleich: Bei Spielen in Deutschland haben wir in der Bundesliga um die 900 Zuschauer live vor Ort. In den USA können das beim Damen-Basketball schon mal 10.000 bis 20.000 Zuschauer sein.

Wie war Dein bisheriger sportlicher Werdegang?

Luisa Geiselsöder: Ich habe mit 9 Jahren in Ansbach bei der U14 mit den Jungs angefangen. Dort war ich das einzige Mädchen. Ein Jahr später ging ich für die U15 Damen nach Schwabach und mit 16 Jahren hatte ich schon meine ersten Spiele in der Bundesliga.

Mit meiner Schwester bin ich nach meinem Realschulabschluss nach Nördlingen gezogen, wo ich eben auch mein Abi gemacht habe. Währenddessen waren wir im Team BG Donau-Ries, dem Damen-Basketballverein aus Nördlingen, der in der 1. Bundesliga spielt. Über die Jahre habe ich auch in den unterschiedlichen Altersklassen der Deutschen Damen-Basketball Nationalmannschaften gespielt.

Nachdem ich 2019 mein Abi gemacht habe, habe ich mich dazu entschieden erst mal eine Saison nur Basketball zu spielen, um herauszufinden, ob mir das professionelle Basketballgeschäft auch liegt. Es war toll und so habe ich mich dazu entschieden, das als Beruf zu fokussieren. Weswegen ich mich auch gemeinsam mit meiner Agentin dazu entschlossen habe, mich für die WNBA Drafts zu bewerben.

Kannst Du vom Sport leben?

Luisa Geiselsöder: Momentan kann ich davon leben. Ich bin aber noch am Anfang des professionellen Bereichs. Aber man hat nicht automatisch für die Zukunft ausgesorgt, dafür ist die Differenz beim Gehalt zwischen Damen und Männer-Basketballern auch hier einfach noch zu groß. Deswegen studiere ich ja auch nebenbei in Ansbach International Business, was sich super verbinden lässt!

Warum gerade Basketball, wie bist Du zu dem Sport gekommen – abgesehen von Deiner Körpergröße von 1,92 m 😉?

Foto: privat

Luisa Geiselsöder: Zunächst wollte ich eigentlich Volleyball spielen. Meine Geschwister waren im Basketball schon sehr aktiv und mir war das fast schon ein bisschen zu viel. Aber es kam dann doch anders. Ich bin einfach mit Basketball und in der Halle groß geworden. Jetzt bin ich froh drüber und bin ziemlich erfolgreich und es macht einfach Spaß.

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Was machst Du außerhalb vom Basketballplatz? Hast Du noch andere Hobbies und Zeit für Freunde?

Luisa Geiselsöder: In Nördlingen war es bisschen einfacher, da war alles näher zusammen. Jetzt mit dem Studium und auch Corona ist es ein bisschen schwieriger. Aber generell treffe ich mich gerne mit Freunden, dafür hatte ich auch noch Zeit. Ich bin gerne im Freien und mache Sport und verbringe Zeit mit meiner Familie. In den letzten Jahre habe ich so auch Freundschaften aufbauen können, die über Distanz funktionieren, was für die Zukunft auch wichtig sein wird.

Wie oft trainierst Du bzw. wie sieht Deine Woche so aus?

Luisa Geiselsöder: Wir hatten einmal in der Woche frei, meist Montag. Ansonsten ist sechs Tage die Woche Training in der Halle, meist abends. Vormittags gibt es dann teilweise noch Einheiten im Fitnessstudio. Samstag oder Sonntag ist dann meist ein Spiel.

Mit der jetzigen Entscheidung und dem Auswahlverfahren in Amerika kommt sicher ein bisschen Druck auf. Wie gehst Du damit um und wie geht es jetzt weiter?

Luisa Geiselsöder: Druck kommt auf jeden Fall auf. Aktuell ist es zwar noch weit weg, aber wenn ich mir vorstelle, im August dann bei meinem neuen Verein in Frankreich in Landerneau in der Halle zu stehen, werde ich schon nervös. Aber ich versuche ihn gar nicht groß aufkommen zu lassen. Ich bin mit 20 Jahren schließlich noch jung und habe noch Zeit Erfahrungen zu sammeln.

Durch die ganze Corona-Situation wird es darauf hinauslaufen, dass ich erst nächstes Jahr ins Trainingscamp bzgl. der WNBA und den Dallas Wings eingeladen werde. Ich glaube, das ist auch besser für mich, weil ich in der nächsten Saison, unabhängig vom Draft, ja zum französischen Topclub nach Landerneau wechseln werde. Dort kann ich mich noch einmal beweisen und die Auslandserfahrung dann nach Dallas mitnehmen.

Und ja, das leidige Thema Corona muss leider auch sein: Wie sieht es gerade mit dem Training und Spielen aus?

Luisa Geiselsöder: Ich mache viel Home-Workout mit meinen Geschwistern, gehe joggen und versuche mich so gut wie möglich für die kommende Saison fit zu halten. Und ich genieße aktuell auch bewusst die Zeit mit meiner Familie. Diese gemeinsame Zeit wird in Zukunft selten sein. Aber nichtsdestotrotz vermisse ich das Spielen und die Halle sehr!

Vielen Dank, Luisa. Wir wünschen Dir von Herzen alles Gute und eine baldige Rückkehr in die Halle!

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Und schlau wie wir waren, haben wir uns gleich mal noch Bierdeckel signieren lassen. Wer weiß, in 10 Jahren können diese wohl sehr viel Wert sein und evtl. an Euch verlost werden … 😉

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