25. November 2025 – Internationaler Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen und Mädchen
Weißenburg/Gunzenhausen, 24. November 2025 – Zum Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen und Mädchen am Dienstag, 25. November, wird darauf aufmerksam gemacht, dass Gewalt gegen Frauen und Mädchen eine gravierende Verletzung der Menschenwürde ist und auch heute noch weltweit zu vielen Verletzungen, Traumata und zum Tode führen kann.

Bildnachweis: Markus Steiner/Landratsamt Weißenburg-Gunzenhausen
Auch in diesem Jahr beteiligen sich im gesamten Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen viele örtliche Bäckereien und die Tafeln in Gunzenhausen, Treuchtlingen und Weißenburg sowie vereinzelte Geschäfte an der Aktion „Gewalt kommt mir nicht in die Tüte“ und geben die Tüten mit dieser Aufschrift ab 25. November aus. Dabei handelt es sich um eine Gemeinschaftsaktion der Landkreise Weißenburg-Gunzenhausen und Roth, der Stadt Schwabach und des ZONTA Club Fränkisches Seenland. 25.000 Tüten werden in den Bäckereien, Geschäften und Tafeln an die Kundschaft verteilt und somit das Thema in die Gesellschaft gebracht. Auf den Tüten sind die Telefonnummern der Frauenhäuser in Ansbach und Schwabach sowie die Nummer des Hilfetelefons Gewalt gegen Frauen aufgedruckt.
Aktuelle Zahlen belegen, dass jede dritte Frau in Deutschland im Laufe ihres Lebens körperliche oder sexualisierte Gewalt erlebt. Jeden dritten Tag wird eine Frau von ihrem (Ex-)Partner getötet. In den vergangenen Jahren stiegen auch die Fälle von digitaler Gewalt, insbesondere durch Cybermobbing und das Verbreiten intimer Bilder. Mädchen und Frauen mit Migrationsgeschichte, Behinderungen oder in prekären Lebenslagen sind häufig stärker von bestimmten Gewaltformen betroffen. Gewalt tritt in vielen verschiedenen Formen auf. Dazu zählen die physische Gewalt wie z.B. Schläge, Tritte oder körperliche Misshandlung, die psychische Gewalt wie Demütigung, Drohungen, Einschüchterung, ständige Kontrolle, Manipulation oder Isolation und auch die sexuelle Gewalt (Vergewaltigung, sexuelle Belästigung, …). Aber auch die ökonomische Gewalt, z. B. durch die Kontrolle über Geld, Entzug von finanziellen Mitteln oder wirtschaftliche Abhängigkeit sowie die digitale Gewalt wie Cybermobbing, Stalking oder digitale Überwachung gehören zu den Gewaltformen. „Es ist wichtig, dass wir hinsehen, ansprechen, Hilfe anbieten und das Thema aus der Tabu-Zone herausholen, denn Gewalt gegen Frauen und Mädchen ist ein gesamtgesellschaftliches Problem, dass in unserer Gesellschaft keinen Platz haben sollte“, so die Gleichstellungsbeauftragten des Landkreises Weißenburg-Gunzenhausen Agnes Müller und Maria Christ.
Ein wichtiges Hilfsangebot ist das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ im Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA). Unter der bundesweiten Rufnummer 116 016 und online auf www.hilfetelefon.de beraten Fachpersonen zu allen Formen von Gewalt – rund um die Uhr, anonym und kostenfrei. Die Beratung erfolgt vertraulich, barrierefrei und in 18 Fremdsprachen. Auf Wunsch vermitteln die Beraterinnen an eine Unterstützungseinrichtung vor Ort. An das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ können sich auch Menschen aus dem sozialen Umfeld von Betroffenen und Fachkräfte wenden.
In Gunzenhausen findet am Dienstag, 25. November, um 18.30 Uhr eine Kundgebung am Hafnermarkt statt, die von den Grünen Frauen organisiert wird. Mit Redebeiträgen und Lichtern wird auf das Thema Gewalt gegen Frauen und Mädchen aufmerksam gemacht und somit auch ein Zeichen der Solidarität gesetzt. Außerdem werden Geschäfte am Marktplatz und in der Innenstadt am 25. November orange erstrahlen, um damit ein gemeinsames, starkes und sichtbares Signal gegen Gewalt zu schaffen.
Mit einem Info-Stand auf dem Marktplatz in Weißenburg am Mittwoch, 26. November, in der Zeit von 9 bis 11.30 Uhr machen der ZONTA-Club Fränkisches Seenland und die Gleichstellungsstelle auf die verschiedenen Hilfs- und Unterstützungsangebote aufmerksam und wollen damit das Thema „Gewalt gegen Frauen und Mädchen“ so auch noch in die Öffentlichkeit bringen und mit Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch zu kommen. In Zusammenarbeit mit dem Kino Movieworld in Gunzenhausen hat die Gleichstellungsstelle des Landratsamtes eine Vorführung des Films „She said“ am Mittwoch, 26. November, um 19.30 Uhr organisiert. In dem Film decken Journalistinnen der New York Times ein Netz an Lügen und sexuellen Missbräuchen auf. Der mächtige Hollywood-Produzent Harvey Weinstein ist in diesen Skandal verstrickt. Die Berichte der Journalistinnen waren Ausgangspunkt für die #MeeToo-Bewegung. Ab 19 Uhr laden die Gleichstellungsbeauftragten im Vorraum des Kinos zum Kennenlernen und zu Gesprächen bei einer Tüte Popcorn ein.
Quelle: Pressemitteilung, Landratsamt Weißenburg-Gunzenhausen